Skandal Royal: Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen Norwegens Prinz Marius

Skandal Royal: Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen Norwegens Prinz Marius

Die norwegische Justiz erhebt schwere Vorwürfe gegen Marius Borg Høiby (28), den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit und Stiefsohn von Thronfolger Prinz Haakon. Der junge Royal wurde in Oslo offiziell wegen drei Vergewaltigungen sowie zahlreicher weiterer Sexual- und Gewalttaten angeklagt. Es geht um insgesamt neun Straftatbestände – darunter Vergewaltigung, sexuelle Übergriffe und Körperverletzung.

Wie die Polizei am Freitag bestätigte, handelt es sich um ein komplexes Verfahren mit „zweistelliger Zahl mutmaßlicher Opfer“. Die Ermittlungen laufen bereits seit Monaten. Høiby war erstmals im August 2023 festgenommen worden. Inzwischen wurden ihm insgesamt drei Vergewaltigungen vorgeworfen – eine mit und zwei ohne Geschlechtsverkehr – sowie vier Fälle sexueller Nötigung und zwei Fälle von Körperverletzung.

Die Vorwürfe stützen sich laut Ermittlern auf umfangreiches Beweismaterial: darunter Textnachrichten, Zeugenaussagen sowie Ergebnisse von Wohnungsdurchsuchungen. Der Beschuldigte habe bei den polizeilichen Vernehmungen mitgewirkt, berichtete unter anderem der US-Sender CBS.

Marius Borg Høiby hat kein offizielles Amt im norwegischen Königshaus. Er stammt aus einer früheren Beziehung von Mette-Marit und wurde vor deren Hochzeit mit Kronprinz Haakon im Jahr 2001 geboren. Aufgewachsen ist er gemeinsam mit Prinzessin Ingrid Alexandra (21) und Prinz Sverre Magnus (19), lebt heute jedoch zurückgezogen in der Nähe des königlichen Anwesens.

Sein Anwalt, Petar Sekulic, erklärte gegenüber norwegischen Medien: „Er nimmt die Vorwürfe sehr ernst, bestreitet jedoch die meisten Taten – insbesondere jene im Zusammenhang mit sexueller Gewalt.“ Høiby befindet sich weiterhin auf freiem Fuß, ein möglicher Prozess steht noch aus.

Schwere Anschuldigungen im Detail

Die Ermittlungen werfen auch ein Licht auf eine Reihe bereits zuvor erhobener, zum Teil erschütternder Anschuldigungen. So soll Høiby laut Aussagen der TV-Persönlichkeit Linni Meister (39) diese 2018 bei einer sogenannten „Skaugum Festival“-Party im Keller des königlichen Anwesens vergewaltigt haben – während Kronprinz Haakon angeblich im Obergeschoß schlief.

Auch nach seiner ersten Festnahme sollen neue Taten erfolgt sein. Eine weitere mutmaßliche Vergewaltigung wird zeitlich nach seiner Entlassung aus dem Gewahrsam wegen eines Streits mit seiner damaligen Freundin Rebecca Helberg Arntsen datiert – ein Vorfall, der sie ins Krankenhaus brachte. Deren Anwälte bestreiten allerdings, dass es sich um eine feste Beziehung handelte.

In einer öffentlichen Erklärung, die kurz nach seiner ersten Festnahme über seinen Anwalt veröffentlicht wurde, räumte Høiby eigene Probleme ein. „Letztes Wochenende ist etwas passiert, das nie hätte passieren dürfen. Ich habe unter dem Einfluss von Alkohol und Kokain in einer Wohnung Gewalt ausgeübt und Gegenstände zerstört“, hieß es darin. Weiter erklärte er, an mehreren psychischen Erkrankungen zu leiden und seit Jahren mit Suchtproblemen zu kämpfen.

„Das entschuldigt nicht, was geschehen ist. Ich übernehme die Verantwortung und werde mich ehrlich bei der Polizei äußern. Am wichtigsten ist mir, mich bei meiner Freundin zu entschuldigen – sie hat das nicht verdient, ebenso wenig wie den medialen Druck danach.“

Reha, neue Festnahmen

Seither soll Høiby mehrfach Reha-Kliniken in London besucht und sich längere Zeit in Kopenhagen aufgehalten haben – laut Medien fast nicht wiederzuerkennen mit gefärbtem Haar, Sonnenbrille und Kapuzenpullover.

Im September wurde er erneut festgenommen, da er gegen eine einstweilige Verfügung verstoßen haben soll. Eine weitere Festnahme erfolgte im November – diesmal aufgrund neuer Vergewaltigungsvorwürfe. Während der U-Haft wurde ihm Besuchsverbot auferlegt, um mögliche Beweismittelmanipulation zu verhindern.

Ein besonders belastendes Beweisstück: Ein Video, in dem Høiby laut Polizei offenbar eine ohrfeigende Bewegung macht und schildert, wie er sich von einer Ex-Freundin getrennt habe. Die Aufnahme kursierte angeblich in seinem engen Bekanntenkreis – unter rund 50 Personen.

Noch ist unklar, ob und wann es zu einer Hauptverhandlung kommt. Klar ist jedoch: Der Skandal hat das norwegische Königshaus tief erschüttert. Die Palastführung hat sich bisher nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert.

Credits: APA

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