Sex-Tipps unterm Christbaum: Ministerin Schumanns Orgasmus-Post sorgt für mächtig Wirbel

Sex-Tipps unterm Christbaum: Ministerin Schumanns Orgasmus-Post sorgt für mächtig Wirbel

Ausgerechnet am vierten Adventsonntag platzte das Sozialministerium mit einem pikanten Thema in die besinnliche Vorweihnachtszeit. Unter der Leitung von SPÖ-Ministerin Korinna Schumann widmete sich das Ressort intensiv dem sogenannten „Orgasmus-Gap“. Die Reaktionen im Netz fielen drastisch aus, und nun ruft die fruchtig illustrierte Aufklärungskampagne sogar das Parlament auf den Plan.

Fruchtige Aufklärung am Adventsonntag

Am 21. Dezember, dem internationalen Weltorgasmustag, veröffentlichte das Ministerium Beiträge auf Instagram und Facebook. Mit Emojis von Grapefruits, Pfirsichen und Melanzani wollte man auf eine sexuelle Ungleichheit aufmerksam machen: Frauen in heterosexuellen Beziehungen kommen seltener zum Höhepunkt als Männer. Der Grund dafür liege laut den Social-Media-Betreuern des Ministeriums an einem „männlich geprägten“ Verständnis von Sex, das unter anderem durch Mainstream-Pornos vermittelt werde. Das Ressort wollte das Tabuthema brechen und auf die gesundheitsfördernde Wirkung von Orgasmen hinweisen, die Stress reduzieren und das Schmerzempfinden senken sollen.

Die öffentliche Reaktion fiel jedoch wenig entspannt aus. In den Kommentarspalten brach ein regelrechter Sturm der Entrüstung los. Viele Bürger fragten sich, ob das Ministerium angesichts von Teuerung und Armut keine drängenderen Sorgen hätte. Wie Heute schreibt, warfen Nutzer dem Ressort eine völlig verfehlte Prioritätensetzung vor und zeigten sich fassungslos über die Wortwahl. Selbst innerhalb der SPÖ soll der Vorstoß laut Medienberichten für hochgezogene Augenbrauen gesorgt haben.

FPÖ fordert Antworten zu Steuergeldern

Die Kritik aus der Bevölkerung fand schnell ihren Weg in die Politik. Die FPÖ hat die Orgasmus-Tipps nun zum Anlass für eine parlamentarische Anfrage genommen. Wie Heute weiter berichtet, will die Abgeordnete Lisa Schuch-Gubik genau wissen, ob für diese Aktion externe Agenturen beauftragt wurden und wie viel Steuergeld dafür geflossen ist. Zudem hinterfragen die Freiheitlichen die Wahl des Zeitpunkts am vierten Adventsonntag, der für religiöse Gemeinschaften als unsensibel empfunden werden könnte. Sie fordern auch Aufklärung darüber, ob kritische Kommentare von Nutzern unter den Beiträgen gezielt gelöscht wurden.

Das Ministerium wehrt sich

Trotz der scharfen Kritik weicht das Ministerium nicht von seiner Linie ab. Wie das Portal exxpress.at berichtet, weist das Haus von Korinna Schumann den Vorwurf einer teuren Kampagne entschieden zurück. Es habe sich lediglich um einen einzelnen Informationspost gehandelt, für den keinerlei externe Kosten angefallen seien. Das Timing sei schlicht durch den internationalen Aktionstag vorgegeben gewesen.

Man beruft sich auf den Gender-Gesundheitsbericht 2024 und argumentiert streng technokratisch: Die sexuelle Gesundheit werde im Sinne eines evidenzbasierten Public-Health-Verständnisses als relevantes Thema für Prävention und Aufklärung betrachtet. Kritiker sehen darin jedoch eine erstaunlich kühle Rechtfertigung für ein Thema, das die meisten Menschen eher im privaten Schlafzimmer als im staatlichen Verantwortungsbereich verorten.

Die Wissenschaft sieht es differenzierter

Dass es die angesprochene Lücke tatsächlich gibt, ist wissenschaftlich belegt – allerdings sind die Ursachen offenbar vielschichtiger, als es die plakativen Social-Media-Beiträge vermuten lassen. Wie der Sender SRF unter Berufung auf eine Studie der Universität Basel berichtet, erreichen rund 94 Prozent der Männer regelmäßig den Höhepunkt, während es bei den Frauen nur knapp 56 Prozent sind. Die Studienleiterin betonte jedoch, dass das Problem weniger in einer rein männlich geprägten Pornografie liege, sondern in einem grundsätzlichen Missverständnis davon, was Sex überhaupt umfasst. Viele setzen Sexualität ausschließlich mit Penetration gleich, obwohl für viele Frauen eine zusätzliche Stimulation unerlässlich ist.

Der politische Nachgeschmack dieses Weltorgasmustages wird Ministerin Schumann jedenfalls noch bis ins Parlament begleiten.

Quelle: exxpress.at, Heute, Kurier, SRF, Instagram
Credits: APA

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