Die geplante Pensionsanpassung sorgt für Aufruhr: Statt der erwarteten 2,7 Prozent sollen Pensionen nur um 2,2 Prozent steigen. Seniorenvertreter schlagen Alarm und machen mobil. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der älteren Generation“, so die klare Botschaft der Seniorenvertreterinnen Birgit Gerstorfer und Ingrid Korosec, wie SN.at berichten.
„Das Schlimmste verhindern“
Birgit Gerstorfer, Vorsitzende des Pensionistenverbands (SPÖ), zeigte sich kämpferisch. Sie erklärte gegenüber SN.at, dass es gelingen müsse, „das Schlimmste zu verhindern“. Damit meint sie, dass ein Abschluss unter der Inflationsrate für alle nicht akzeptabel sei. Besonders bei niedrigen Pensionen müsse die volle Inflationsabgeltung von 2,7 Prozent außer Diskussion stehen. Laut Der Standard basiert dieser Wert auf den durchschnittlichen Inflationszahlen von August 2024 bis Juli 2025, die von der Statistik Austria ermittelt wurden.
„Die Teuerung trifft uns härter“
Auch Ingrid Korosec, Obfrau des Seniorenbunds, kritisierte die Pläne der Regierung scharf. Sie betonte gegenüber SN.at, dass die Teuerung Senioren besonders hart treffe, da die Kosten für Lebensmittel und Gesundheitsleistungen stärker gestiegen seien als in anderen Bereichen. „Die Teuerung trifft uns härter als andere – Lebensmittel und Gesundheitskosten explodieren!“, so Korosec. Eine soziale Staffelung der Pensionsanpassung könne man einmal als Ausnahme akzeptieren, aber sie dürfe nicht zur Regel werden.
Verhandlungen mit Hindernissen
Am Mittwoch trafen sich die Seniorenvertreter mit Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ). Laut oe24.at verlief das Gespräch zwar „freundlich“, doch die Positionen lagen laut Gerstorfer „noch ein gutes Stück auseinander“. Heute soll eine weitere Verhandlungsrunde stattfinden, die sich wohl in die Länge ziehen wird. Wie Der Standard berichtet, hält sich die Regierung bedeckt, während Kanzler Christian Stocker (ÖVP) eine Erhöhung unterhalb des gesetzlichen Anpassungsfaktors von 2,7 Prozent ins Spiel brachte.
Regierung plant Präsentation
Bereits am Freitag könnte die Regierung ihr finales Modell vorstellen. Wie SN.at berichtet, soll es für niedrige Pensionen eine volle Anpassung von 2,7 Prozent geben, während höhere Pensionen gestaffelt weniger erhalten. Insgesamt peilt man eine Anpassung von 2,2 Prozent an – ein Wert, der die Seniorenvertreter auf die Barrikaden bringt.
„Wir haben schon genug gegeben!“
Korosec erinnerte im Gespräch mit SN.at daran, dass Pensionisten bereits durch höhere Krankenversicherungsbeiträge und teurere Fahrscheine belastet wurden. „Wenn die Regierung 200 Millionen Euro einsparen will, soll sie woanders suchen. Wir könnten da sicher helfen!“, so die kämpferische Seniorenbund-Chefin.
Vertrauen verspielt?
Die Seniorenvertreter kritisieren zudem die mangelnde Wertschätzung der Regierung. „Es fehlt an Verlässlichkeit und Vertrauen“, erklärte Korosec gegenüber SN.at. Besonders ärgerlich sei die Behauptung, die Pensionen würden eine Kostenexplosion verursachen. „Hier werden Zahlen verdreht, um uns schlecht dastehen zu lassen“, betonte Gerstorfer. Laut oe24.at kritisierten beide, dass in den staatlichen Zuschüssen auch Posten wie Kranken- und Rehageld oder Ersatzzeiten bei der Kinderbetreuung eingerechnet würden, was die Zahlen künstlich in die Höhe treibe.
Credits: APA
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