Selenskyjs Chefunterhändler: „Der Krieg wird bald enden“

Selenskyjs Chefunterhändler: „Der Krieg wird bald enden“

Kyrylo Budanow, der mächtigste Mann im ukrainischen Präsidialamt, sendet ungewöhnlich optimistische Signale aus den Friedensgesprächen. Doch die Realität am Verhandlungstisch ist komplizierter.

Wer ist Budanow — und was sagt er?

Kyrylo Budanow ist kein Unbekannter. Der frühere Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes wurde Anfang 2026 von Selenskyj zum Leiter des Präsidialamts ernannt — explizit, um den Friedensverhandlungen mit Russland einen neuen Impuls zu verleihen, wie Euronews berichtete. Jetzt meldet er sich mit einer bemerkenswerten Aussage zu Wort: In einem Interview mit Bloomberg erklärt Budanow, die Verhandlungen zwischen Kiew, Moskau und Washington näherten sich einem Kompromiss. Beide Seiten hätten zwar weiterhin Maximalforderungen, bewegten sich aber aufeinander zu. „Alle verstehen, dass der Krieg enden muss. Deshalb verhandeln sie“, so Budanow. Und: „Ich glaube nicht, dass es noch lange dauern wird.“

Was auf dem Tisch liegt

Im Zentrum der Gespräche stehen laut Weltwoche zwei Kernfragen: Sicherheitsgarantien für die Ukraine sowie territoriale Regelungen. Moskau besteht auf dem Rückzug ukrainischer Truppen aus Teilen der Ostukraine — eine Forderung, die Kiew bislang ablehnt. Kiew strebt ein Einfrieren des Konflikts entlang der aktuellen Frontlinie an. Laut Länder-Analysen erklärte Budanow bereits im Vorfeld der Gespräche in Abu Dhabi, Russland habe den Sicherheitsgarantien der USA für die Ukraine im Prinzip zugestimmt, und die Überwachungsfragen nach einem Kriegsende seien weitgehend gelöst. In territorialen Fragen befinde man sich in der „Phase der Kompromissfindung“.

Wie die NZZ berichtet, hat Putin anlässlich des orthodoxen Osterfests eine Waffenruhe ausgerufen — von Samstag, 11. April ab 16 Uhr bis Ende Sonntag. Selenskyj hatte eine solche Feuerpause zuvor mehrfach gefordert.

Skepsis bleibt berechtigt

Hinter den Kulissen präsentiert sich die Lage laut Weltwoche deutlich nüchterner: Kreml-nahe Quellen sprechen von festgefahrenen Gesprächen ohne greifbare Fortschritte — die Positionen beider Seiten seien weiterhin unvereinbar. Wie die Wikipedia-Chronik der Verhandlungen festhält, kommentierte der frühere deutsche Botschafter Rüdiger von Fritsch das Muster wiederholt: Moskau vermittle stets das Gefühl, da sei Licht am Ende des Tunnels — und hänge gleichzeitig hinten ein neues Stück Tunnel dran.

Erschwerend kommt laut LpB Baden-Württemberg hinzu, dass der Iran-Krieg den Fokus der USA verschiebt und die Ukraine zunehmend fürchtet, in einem Diktatfrieden übergangen zu werden. Russland profitiert weiter von enormen Ressourcen und Mobilisierungspotenzial, während die Ukraine stark von westlicher Hilfe abhängt.

Ob aus der Oster-Waffenruhe und Budanows Optimismus ein tragfähiger Frieden werden kann, bleibt offen.

Credits: APA

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