Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Behauptungen über ein angespanntes Treffen mit US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen. In Medienberichten war von einem unruhigen Gespräch die Rede, Selenskyj betonte jedoch, dass es keine Eskalation gegeben habe und er keine Angst vor Trump habe.
In einem Interview mit dem „Guardian“ beschrieb Selenskyj das Treffen im Weißen Haus im Oktober als konstruktiv und sachlich. Diese Darstellung widerspricht Berichten, etwa von der „Financial Times“, wonach Trump Selenskyj aufgefordert habe, auf die Bedingungen von Wladimir Putin für ein mögliches Kriegsende einzugehen. Laut Selenskyj traf dies so nicht zu.
„Er hat nichts geworfen, da bin ich mir sicher“, stellte Selenskyj klar und widersprach somit Berichten über einen möglichen Wutausbruch.
Einschätzung zu Trump
Selenskyj erklärte, dass viele international Angst vor Trump hätten, er selbst jedoch nicht. „Wir sind keine Feinde Amerikas, wir sind Freunde. Warum sollte ich also Angst haben?“, sagte er laut „Guardian“. Zudem hob er die strategische Partnerschaft zwischen den USA und der Ukraine hervor, die nach seinen Worten langfristig bestehen werde.
Nach Angaben Selenskyjs unterbreitete die ukrainische Delegation Vorschläge, wie Russland durch Waffenlieferungen und verschärfte Sanktionen weiter geschwächt werden könne, um Moskau zu Verhandlungen zu bewegen.
Rolle von König Charles
Selenskyj würdigte auch die Rolle des britischen Monarchen. König Charles III. habe, für Selenskyj entscheidend, bei einem Treffen im September dem US-Präsidenten „wichtige Signale“ gesendet. Laut Selenskyj habe König Charles damit zur Unterstützung Trumps für die Ukraine beigetragen.
„Seine Majestät ist sehr unterstützend – Trump respektiert ihn, was er nicht über viele Menschen sagen würde“, sagte Selenskyj.
Lage in der Ukraine
Das Interview fand im Mariinskyj-Palast in Kiew statt. Aufgrund russischer Angriffe kam es währenddessen zu zwei Stromausfällen. Wie oe24.at berichtet, beschrieb Selenskyj die Angriffe Russlands als gezielte Angriffe auf die Infrastruktur, die unter anderem darauf abzielten, die Zivilbevölkerung einzuschüchtern.
Hinsichtlich der militärischen Situation erklärte Selenskyj, dass russische Truppen zuletzt Teile der Stadt Pokrowsk im Osten der Ukraine eingenommen hätten. Er bezeichnete dies nicht als strategischen Erfolg für Russland und erklärte, dass dabei hohe Verluste auf russischer Seite entstanden seien.
Selenskyj betonte, dass die Ukraine weiterhin Unterstützung vom Westen benötige, insbesondere moderne Luftabwehrsysteme wie das Patriot-System. „Genug ist es erst, wenn der Krieg vorbei ist und Putin versteht, dass er aufhören muss“, sagte Selenskyj abschließend.
Credits: APA
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