Selenskyj: „Putin lacht über den Westen“

Selenskyj: „Putin lacht über den Westen“

Ein erneuter Großangriff Russlands hat die Ukraine ins Mark getroffen: Drohnen, Bomben und Raketen forderten mindestens fünf Todesopfer und verletzten zehn weitere Menschen schwer. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt sich entsetzt über die Reaktion des Westens – oder vielmehr deren Ausbleiben. „Putin lacht über den Westen“, erklärte er in einer emotionalen Videoansprache.

„Keine echte Reaktion“ – Selenskyj kritisiert den Westen

In seiner täglichen Ansprache machte Selenskyj seinem Ärger Luft: „Leider gibt es keine angemessene, starke Reaktion der Welt auf all das, was geschieht.“ Besonders die zunehmende Dreistigkeit und das Ausmaß der russischen Angriffe blieben unbeantwortet. „Genau deshalb tut Putin das: Er lacht einfach über den Westen, über dessen Schweigen und das Ausbleiben entschlossener Gegenmaßnahmen“, so der Präsident. Moskau habe alle Vorschläge zur Beendigung des Krieges oder zumindest zur Einstellung der Angriffe abgelehnt.

Infrastruktur im Visier – Ein Winter des Grauens droht

Russland zielt gezielt auf die zivile Infrastruktur der Ukraine, wie Selenskyj betonte. Besonders die Gas- und Stromversorgung stehen vor dem Winter im Fokus der Angriffe. „Russland versucht offen, unsere zivile Infrastruktur zu zerstören“, warnte der Präsident. In der Nacht auf Samstag wurden unter anderem die Regionen Saporischschja, Sumy, Charkiw, Odessa, Cherson und Lemberg schwer getroffen. In Lemberg brannte ein Industriegebiet, Stromausfälle legten die Stadt lahm. Bürgermeister Andrij Sadowyj sprach vom schwersten Angriff seit Kriegsbeginn.

Westliche Komponenten in russischen Drohnen?

Ein weiterer Schock: Selenskyj enthüllte, dass russische Drohnen westliche Komponenten enthalten. „Die fast 500 Drohnen, die die Russen in der Nacht eingesetzt haben, enthalten mehr als 100.000 im Ausland hergestellte Teile“, erklärte er. Trotz dreieinhalb Jahren Krieg sei es offenbar nicht gelungen, diese Lieferketten zu unterbrechen. „Das ist einfach unglaublich“, so der Präsident.

„Terrorakt gegen Zivilisten“ – Ministerpräsidentin erhebt schwere Vorwürfe

Auch die ukrainische Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko fand deutliche Worte: „Ein weiterer vorsätzlicher Terrorakt gegen Zivilisten“, schrieb sie auf der Plattform X (ehemals Twitter). In der Region Saporischschja starb ein Mensch, zehn weitere wurden verletzt. Über 73.000 Haushalte waren ohne Strom. Ähnliche Szenarien spielten sich in anderen Regionen ab, darunter Iwano-Frankiwsk, Winnyzja und Tschernihiw.

Moskau rechtfertigt Angriffe – Ukraine widerspricht

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Angriffe und erklärte, sie hätten sich gegen die Energieinfrastruktur und militärische Ziele wie HIMARS-Stellungen gerichtet. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben ist jedoch nicht möglich. Die Ukraine wirft Russland vor, gezielt die Heizsysteme des Landes zu zerstören, um die Bevölkerung in der kalten Jahreszeit zu schwächen.

Ein harter Winter steht bevor

Mit gezielten Angriffen auf die Energieversorgung droht Russland, die Ukraine in einen Winter der Dunkelheit und Kälte zu stürzen. Die Menschen bereiten sich auf harte Monate vor, während die Weltgemeinschaft weiterhin zögert. Selenskyj appelliert eindringlich an den Westen: „Es braucht endlich entschlossene Maßnahmen, um Putin zu stoppen!“

Quelle X, krone.at
Credits: APA

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