Selenskyj kritisiert China: „Untätigkeit unterstützt Russland“

Selenskyj kritisiert China: „Untätigkeit unterstützt Russland“

Nach einem der schwersten Luftangriffe auf Kyjiw seit Kriegsbeginn richtet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj deutliche Worte an Russland – und an China.

Schwere Angriffe auf Kyjiw

In der Nacht zum Donnerstag wurde die ukrainische Hauptstadt Kyjiw Ziel eines massiven russischen Luftangriffs. Nach Angaben der Behörden kamen mindestens 21 Menschen ums Leben, darunter auch Kinder. Rund 50 weitere Personen wurden verletzt. Der militärische Verwaltungschef der Stadt, Tymur Tkatschenko, erklärte, dass noch weitere Opfer unter den Trümmern eines zerstörten Wohnhauses vermutet werden.

Auch wichtige Einrichtungen wie die EU-Vertretung und das britische Kulturinstitut wurden beschädigt. Präsident Selenskyj bezeichnete den Angriff in einer Videobotschaft als einen der schwersten seit Beginn des Krieges und erklärte: „Russland greift nicht nur die Ukraine an, sondern alle Menschen auf der Welt, die sich nach Frieden sehnen.“

Kritik an China

Neben der Verurteilung Russlands richtete Selenskyj auch scharfe Kritik an die chinesische Regierung. Er warf Peking vor, durch Untätigkeit indirekt zur Fortsetzung des Krieges beizutragen. „Leider lässt China Russland Krieg führen – so sieht es aus“, sagte Selenskyj. Trotz zahlreicher Erklärungen habe China bisher keine konkreten Schritte unternommen, um den Konflikt zu beenden.

China hatte sich in der Vergangenheit als neutraler Vermittler im Ukraine-Konflikt positioniert, doch Selenskyj betonte, dass dies nicht ausreiche. Er forderte die chinesische Führung auf, aktiv zu werden und ihren Einfluss auf Russland geltend zu machen.

Russische Rechtfertigungen

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Angriffe hätten sich gegen militärische Ziele wie Rüstungsbetriebe und Luftwaffenstützpunkte gerichtet. Diese Darstellung steht jedoch im Widerspruch zu den Berichten aus Kyjiw, die von zerstörten Wohnhäusern und zivilen Opfern sprechen. Selenskyj betonte, dass solche Angriffe die wahren Absichten Russlands offenbaren und jegliche Friedensbemühungen untergraben.

Appell an die internationale Gemeinschaft

Selenskyj rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, nicht nur militärische Unterstützung für die Ukraine zu leisten, sondern auch politischen Druck auf Länder wie China auszuüben. „Frieden ist keine Frage der Zeit, sondern des Handelns“, erklärte er. Der Präsident betonte, dass die Weltgemeinschaft eine Verantwortung trage, den Krieg zu beenden und die humanitäre Krise in der Ukraine zu lindern.

Credits: APA

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