Der Iran-Krieg hat die Ukraine-Diplomatie monatelang auf Eis gelegt. Jetzt drängt Selenskyj auf Wiederbelebung — und fordert ein persönliches Treffen mit Donald Trump.
Gespräche auf Eis, Ukraine weiter unter Beschuss
Wie Euronews berichtet, hatten die trilateralen Friedensgespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine Anfang 2026 in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattgefunden, wurden aber nach dem Beginn des Iran-Krieges Ende Februar auf Eis gelegt. Als der Iran mit Vergeltungsschlägen begann, weitete sich der Konflikt schnell auf den gesamten Nahen Osten aus.
Die Ukraine litt darunter doppelt: Während die Weltaufmerksamkeit Richtung Nahen Osten schwenkte, gingen Russlands Angriffe unvermindert weiter. Wie Selenskyj auf Telegram schrieb und exxpress berichtet, feuerte Russland allein in der vergangenen Woche 1.770 Kampfdrohnen sowie 86 Raketen und Marschflugkörper auf die Ukraine ab — und jede dieser Raketen enthalte mindestens 60 ausländische Bauteile, die Russland durch Sanktionsumgehung beschaffe.
Selenskyj wartet auf Washington — und Moskau
Wie Euronews berichtet, sagte Selenskyj, Washington habe vorgeschlagen, sich nächste Woche in den USA zu treffen, Russland wolle dies jedoch nicht bestätigen. „Wir warten auf eine Antwort von den Amerikanern. Entweder schlagen sie ein anderes Land vor, in dem wir uns treffen, oder die Russen müssen den Vorschlag der USA bestätigen“, sagte er in einem Medienbriefing.
Ein Treffen mit Trump persönlich hält Selenskyj dabei für unerlässlich. Wie Reuters und exxpress berichten, unterstrich er gegenüber Journalisten, ein direktes Gespräch mit dem US-Präsidenten sei nötig, um den Prozess voranzubringen.
Russland liefert dem Iran ukrainische Drohnen
Dass Selenskyj gleichzeitig seinen Wert für die USA zu betonen weiß, ist kein Zufall. Wie exxpress unter Berufung auf ein CNN-Interview berichtet, erklärte er, es sei eine „hundertprozentige Tatsache“, dass der Iran vom russischen Militär hergestellte Shahed-Drohnen für Angriffe auf US-Stützpunkte eingesetzt habe. Russland liefere dem Iran also Kampfdrohnen, die ursprünglich gegen die Ukraine entwickelt wurden — und treffe damit jetzt auch US-Interessen.
Der Hintergrund: Eine stockende Diplomatie
Die bisherige Gesprächsarchitektur war mühsam aufgebaut worden. Wie die Nachrichtenagentur APA und mehrere Medien berichten, hatten Unterhändler der drei Seiten Anfang Februar 2026 zwei Runden in Abu Dhabi absolviert — das einzige greifbare Ergebnis war damals ein Gefangenenaustausch von jeweils 157 Soldaten. Über zentrale Streitpunkte wie Territoriumsfragen oder Sicherheitsgarantien wurde keine Einigung erzielt.
Wie die Berliner Zeitung analysiert, profitiert Russland von der aktuellen Lage doppelt: Moskau gewinnt Zeit im Krieg gegen die Ukraine, während steigende Ölpreise durch den Iran-Krieg die russischen Staatseinnahmen in die Höhe treiben. Für Kiew läuft die Zeit also, und ein neues Treffen ist dringend nötig.
Quellen:
- Euronews DE: de.euronews.com
- Reuters / ZDF heute: zdfheute.de
- Berliner Zeitung: berliner-zeitung.de
- exxpress.at
- APA / nn.de
Credits: APA
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