Selenskyj deutet mögliches Kriegsende bis Mitte 2026 an

Selenskyj deutet mögliches Kriegsende bis Mitte 2026 an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vorsichtig ein mögliches Ende des Krieges mit Russland in Aussicht gestellt. Er erklärte, dass ein Abschluss in der ersten Jahreshälfte 2026 nicht ausgeschlossen sei. Diese Äußerung fällt in eine Zeit, die er als „neuen Meilenstein“ bei den Friedensverhandlungen mit internationalen Partnern beschreibt.

Neue Dynamik in den Friedensgesprächen

Während eines Besuchs in Zypern, wo sich die EU-Führung zum Beginn der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft des Landes versammelte, äußerte Selenskyj ein Gefühl des Fortschritts. „Wir stellen fest, dass die Verhandlungen mit unseren europäischen Partnern und natürlich mit den Vereinigten Staaten und allen Mitgliedern der Koalition der Willigen einen neuen Meilenstein erreicht haben“, sagte er. (Quelle: Interfax-Ukraina) An die neue Ratspräsidentschaft gerichtet, fügte er hinzu: „Wir sind uns bewusst, dass dieser Krieg noch während Ihrer Präsidentschaft beendet werden kann.“ (Quelle: Interfax-Ukraina)

Dieser vorsichtige Optimismus folgt auf ein Gipfeltreffen der Unterstützerstaaten der Ukraine in Paris. Dort wurden der Ukraine für den Fall eines Waffenstillstands Sicherheitsgarantien zugesagt. Die Gespräche konkretisierten auch, wie ein möglicher Frieden militärisch abgesichert werden könnte.

Der Weg zum Frieden: Sanktionen und Sicherheit

Selenskyj betonte, dass der anhaltende Druck auf Moskau durch Sanktionen entscheidend sei, um den Konflikt zu beenden. „Jeden Dollar, den Russland verliert, verliert es als Aggressor“, bemerkte er und unterstrich die Notwendigkeit, Russlands Fähigkeit zur Kriegsführung zu schwächen. (Quelle: Interfax-Ukraina)

Ein zentraler Punkt der Diskussionen ist die „Pariser Erklärung“, ein von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron skizzierter Rahmen für „robuste“ Sicherheitsgarantien. Dieser Plan beinhaltet einen Mechanismus zur Überwachung eines möglichen Waffenstillstands unter der Führung der USA. Obwohl die USA die Erklärung nicht unterzeichnet haben, signalisierten Länder wie Frankreich und Großbritannien die Bereitschaft, Truppen zur Unterstützung eines Friedensabkommens in die Ukraine zu entsenden. Andere Nationen, wie Deutschland, bieten militärische Unterstützung von außerhalb des ukrainischen Territoriums an, möglicherweise aus benachbarten NATO-Staaten. Russland lehnt jedoch konsequent alle Friedensvorschläge ab, die die Anwesenheit ausländischer Truppen beinhalten.

Laufende Verhandlungen und Knackpunkte

Ukrainische und US-amerikanische Berater setzen ihre Gespräche über die Bedingungen für einen Waffenstillstand fort. Am Mittwoch bestätigte Selenskyj über die Social-Media-Plattform X, dass diese Gespräche die schwierigsten Aspekte eines Rahmenabkommens zur Beendigung des Krieges behandeln würden, wobei er insbesondere das Kernkraftwerk Saporischschja und territoriale Fragen erwähnte. „Die Ukraine scheut nicht vor den schwierigsten Fragen zurück und wird niemals ein Hindernis für den Frieden sein“, erklärte er (Social-Media-Plattform X).

Eine der größten Hürden bleibt der Status der östlichen Industrieregion Donbass, deren Abtretung Russland fordert. Laut ukrainischen Angaben haben die USA die Idee einer freien Wirtschaftszone in Teilen der Region ins Spiel gebracht, aus denen sich die Ukraine zurückziehen würde. Die nationalen Interessen der Ukraine bleiben jedoch oberste Priorität in den Verhandlungen, wie der neue Leiter des Präsidialamtes, Kyrylo Budanow, bestätigte. Obwohl unter den Verbündeten ein politischer Wille für Sicherheitsgarantien bestehe, besteht Selenskyj auf einer rechtlich bindenden Verpflichtung, um die Ukraine vor zukünftiger Aggression zu schützen.

Credits: APA

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