SEK-Zugriff in Ratingen: Mutmaßlicher Drogenboss hinter Gittern

SEK-Zugriff in Ratingen: Mutmaßlicher Drogenboss hinter Gittern

Drei Jahre lang ermittelte die Düsseldorfer Polizei verdeckt. Dann schlug das Spezialeinsatzkommando zu – und nahm in einer Villa einen 34-Jährigen fest, der einen internationalen Kokainring von 100-Millionen-Euro-Ausmaß angeführt haben soll.

Der Zugriff: Villa, Luxusgüter, U-Haft

Dienstagfrüh, vergangene Woche: Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei rückt in Ratingen bei Düsseldorf an. Das Ziel ist eine Villa – und ihr Bewohner, ein 34-jähriger Deutscher, der mutmaßliche Chef eines international agierenden Drogenrings. Die Festnahme verlief reibungslos. Der Mann sitzt seither in Untersuchungshaft, wie ein Sprecher der Polizei Düsseldorf bestätigte.

Was die Ermittler in der Villa sicherstellten, lässt tief blicken: Luxusgüter im Wert von knapp 800.000 Euro. Dazu wurden laut Bild am Sonntag bei nahen Verwandten des Beschuldigten Immobilien im Wert von fast 15 Millionen Euro beschlagnahmt. Insgesamt wurden im Rahmen des Einsatzes 16 Objekte durchsucht.

12 Tonnen Kokain aus Südamerika

Die Dimension des Falls ist bemerkenswert. Über mehrere Jahre soll die Bande mindestens zwölf Tonnen Kokain aus Südamerika nach Europa importiert haben – mit einem geschätzten Straßenwert von rund 100 Millionen Euro. Dem Zugriff gingen dreijährige verdeckte Ermittlungen voraus.

Vier mutmaßliche Komplizen sind noch auf der Flucht. Laut oe24 sollen diese auch in Serbien, Kanada und Montenegro operiert haben – ein Hinweis darauf, wie weit verzweigt das Netzwerk war.

NRW-Innenminister: „Treffen die dicken Fische dort, wo es weh tut“

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) kommentierte den Fahndungserfolg gegenüber der Bild am Sonntag mit klaren Worten: „Drogenbarone sollten sich nicht zu sicher fühlen. Vermögensarreste im Millionenbereich sind kein Zufall, sondern das Ergebnis harter, akribischer Ermittlungsarbeit. Wir treffen die dicken Fische dort, wo es weh tut – bei ihrem Geld, bei ihren Immobilien, bei ihrer Freiheit.“

Damit unterstreicht Reul einen Ansatz, der in der deutschen Strafverfolgung zunehmend an Gewicht gewinnt: nicht nur die Täter, sondern vor allem ihr Vermögen ins Visier nehmen. Im vorliegenden Fall dürfte das beschlagnahmte Immobilienvermögen aus dem Umfeld des Verdächtigen die strafrechtlichen Konsequenzen jedenfalls empfindlich verstärken.


Quellen: Polizei Düsseldorf, Bild am Sonntag (dpa), oe24
Credits: APA

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