Auf dem 38. Bundesparteitag der CDU in Stuttgart lieferte CSU-Chef Markus Söder eine der aggressivsten Reden gegen die AfD seit Langem – und machte dabei auch vor persönlichen Angriffen auf Alice Weidel nicht Halt.
Söder im Angriffsmodus
Am 21. Februar 2026 trat Söder in Stuttgart ans Rednerpult – und nahm kein Blatt vor den Mund. Wie die Weltwoche berichtet, bezeichnete der bayerische Ministerpräsident Weidel als „manchmal sehr böse, sehr eiskalte Frau“. Damit nicht genug: Söder warf der AfD insgesamt Inkompetenz und Unverschämtheit vor und warnte davor, dass die Partei mit Verschwörungserzählungen arbeite.
Auf dem CDU-Parteitag, bei dem auch Merz als Parteivorsitzender wiedergewählt wurde und der laut CDU.de unter dem Motto eines gemeinsamen Richtungswechsels stand, erntete Söder mit seinen Attacken deutlichen Applaus der Delegierten. Die Botschaft war klar: „Die Union beschützt das Land vor solchen Leuten.“
Der Schweiz-Stich
Besonders pikant war Söders Seitenhieb auf Weidels Privatleben. Er spielte auf ihren Wohnsitz in der Schweiz an und fragte rhetorisch: „Warum ist jemand, der sich Patriotin nennt, nicht bereit, seine Heimat in seinem eigenen Land zu finden? (…) Das ist doch schäbig.“
Weidel lebt seit 2019 mit ihrer Partnerin und den gemeinsamen Kindern im schweizerischen Einsiedeln im Kanton Schwyz. Bereits CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender Jens Spahn hatte ihr diesen Umstand kürzlich zum Vorwurf gemacht: „Wer für Deutschland Kanzler werden will, kann nicht in der Schweiz leben“, sagte Spahn gegenüber Radio SRF. Blick Weidel selbst hatte darauf stets erwidert: „Ich bin eine Patriotin und mache Politik für Deutschland.“
Vorwurf: AfD diffamiert Verfassungsschutz
Söder griff auch Weidels Aussagen über den Verfassungsschutz auf. Ende 2025 hatte Weidel in einem Interview auf Welt-TV den Inlandsnachrichtendienst als „schmierige Stasi-Spitzel“ bezeichnet Tagesspiegel – und damit eine Welle der Empörung ausgelöst. Kurz darauf legte sie nach und bezeichnete die Behörde auf X als „Inlands-Meinungs-Spitzel-Überwachungsbehörde“. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jochen Kopelke, warf der AfD daraufhin vor, mit gezielten und menschenverachtenden Äußerungen die Arbeit des Verfassungsschutzes infrage stellen und dessen Mitarbeiter einschüchtern zu wollen. Tagesspiegel
Söder machte sich diese Kritik zu eigen und nutzte sie als weiteres Argument, um die AfD als staatsgefährdend darzustellen.
Russland-Nähe und Parteitagskulisse
Als weiteres Angriffsziel nannte Söder die Russland-Verbindungen der AfD. Auch CDU-Chef Friedrich Merz hatte auf dem Parteitag eine klare Linie gezogen: Er wolle das Erbe der Geschichte nicht verspielen nur um eines kurzfristigen Machterfolges willen mit den rechtspopulistischen Kräften. Kreisbote Eine Koalition mit der AfD schloss er kategorisch aus.
Söder, der im Dezember mit 83,6 Prozent sein bisher schlechtestes CSU-Ergebnis eingefahren hatte, präsentierte sich in Stuttgart als der schärfste Angreifer im bürgerlichen Lager – lautstark, pointiert und mit wenig Zurückhaltung.
Quellen: Weltwoche (23.02.2026), Focus / Daily Telegraph (Söder-Rede), Blick / Radio SRF (Spahn-Interview), Tagesspiegel und Handelsblatt (Weidel/Verfassungsschutz, Dezember 2025), CDU.de (Parteitagsbericht)
Credits: APA
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