„Schwerster Angriff seit Kriegsbeginn“: Russland überzieht Kiew mit Raketen-Hagel

„Schwerster Angriff seit Kriegsbeginn“: Russland überzieht Kiew mit Raketen-Hagel

Sirenen, Explosionen, brennende Hochhäuser: Kiew hat eine der schlimmsten Nächte seit Beginn des russischen Angriffskriegs erlebt. Bei einem massiven Kombinationsangriff mit Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen kamen in der Nacht auf Donnerstag zahlreiche Menschen ums Leben, wie mehrere internationale Medien übereinstimmend berichten.

Selenskyj hatte den Angriff kommen sehen

Bereits Stunden vor dem Angriff warnte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einer bevorstehenden russischen Großattacke. Wie Euronews berichtet, hatte er einen Besuch in Dublin vorzeitig abgebrochen, nachdem Geheimdienstberichte auf einen unmittelbar bevorstehenden russischen Schlag hingedeutet hatten. Am Rande einer Zeremonie zum Wechsel der EU-Ratspräsidentschaft erklärte Selenskyj laut news.de, es gebe „unangenehme Information über die nächste Vorbereitung eines solchen massiven russischen Angriffs“ – solche Attacken mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen würden sich alle ein bis zwei Wochen wiederholen. Er kehrte daraufhin umgehend in die Ukraine zurück und rief die Bevölkerung eindringlich dazu auf, Luftalarme ernst zu nehmen und Schutzräume aufzusuchen.

Eine Nacht voller Explosionen

In der Nacht auf Donnerstag wurde die Warnung bittere Realität. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram, die Stadt stehe „unter Beschuss durch ballistische Raketen und Drohnen“, Russland attackiere „die ganze Stadt“, wie news.de zitiert. Mehrere mehrstöckige Wohngebäude wurden getroffen und schwer beschädigt, in einem neunstöckigen Haus waren Menschen eingeschlossen, das Dach eines weiteren Hochhauses stand in Flammen. Auch ein Hotel am zentralen Schewtschenko-Boulevard geriet in Brand. Verängstigte Bewohner flohen in U-Bahn-Stationen und verbrachten dort die Nacht, wie news.de weiter schildert.

Opferzahlen stiegen im Laufe des Tages

Die Zahl der Toten und Verletzten wurde im Verlauf des Tages mehrfach nach oben korrigiert, da Rettungskräfte weiter in den Trümmern nach Vermissten suchten. Zunächst war laut Euronews von mindestens zehn Toten die Rede. Im Laufe des Tages bezifferte Heute.at die Opferzahl auf 13 Tote und 86 Verletzte, während die Berliner Zeitung unter Berufung auf die Kiewer Militärverwaltung, Bürgermeister Klitschko und Innenminister Ihor Klymenko von mindestens 18 Toten und mehr als 90 Verletzten berichtete. Sieben Menschen konnten den Berichten zufolge lebend aus den Trümmern gerettet werden. Klitschko bezeichnete den Angriff laut Heute.at als „schwersten Angriff seit Kriegsbeginn“ und erklärte den Freitag zum landesweiten Trauertag.

Angriffe auch abseits der Hauptstadt

Kiew war zwar das Hauptziel der nächtlichen Attacke, blieb aber nicht der einzige betroffene Ort. Wie die Berliner Zeitung berichtet, wurden in der gleichen Nacht auch Charkiw, Sumy, Saporischschja und Pawlohrad angegriffen, wo Explosionen gemeldet wurden. Aus Saporischschja berichtete Gouverneur Iwan Fedorow laut news.de von drei Verletzten. Zu möglichen Opfern und dem Ausmaß der Schäden in den übrigen Regionen lagen zunächst keine gesicherten Informationen vor.

Ukraine schlägt zurück

Während Russland die ukrainische Hauptstadt bombardierte, meldete die Ukraine eigene Angriffe auf russisches Gebiet. Nach Angaben des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte trafen Drohnen in der Nacht die Lukoil-Raffinerie im russischen Kstowo in der Region Nischni Nowgorod, wo daraufhin ein Feuer ausbrach, wie die Berliner Zeitung berichtet. Diese Attacken reihen sich laut Euronews in eine Serie verstärkter ukrainischer Drohnenangriffe auf russische Energieanlagen und militärische Ziele ein, die zuletzt zu einer Verschärfung der russischen Treibstoffkrise beigetragen haben sollen.

Credits: BKA, Christopher Dunker

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