Der diplomatische Ton ist passé! NEOS-EU-Abgeordneter Helmut Brandstätter sorgt mit einer heftigen Attacke gegen die USA für Schnappatmung im politischen Wien. Auf der Plattform X holt er zum Rundumschlag gegen Donald Trumps Vize JD Vance aus – und riskiert damit einen handfesten Konflikt mit der Supermacht.
Es ist ein Posting, das Wellen schlägt – bis über den großen Teich. Helmut Brandstätter, bekannt für seine spitze Zunge, hat genug von den Zensur-Vorwürfen aus den USA. Der Anlass: Ein erbitterter Streit zwischen der Europäischen Union und Elon Musks Plattform X. Doch statt diplomatischer Zurückhaltung wählt der NEOS-Mann den verbalen Hammer.
„Lasst uns in Ruhe“: Die Attacke im Wortlaut
„Eine Nachricht an ‚Schweine-Land'“, beginnt Brandstätter seine Brandrede auf X. Eine Anspielung, die es in sich hat: Wie oe24 berichtet, bezieht sich der Begriff „piggy land“ auf einen berüchtigten Sager von Donald Trump, der einst einer Reporterin mit den Worten „quiet piggy“ (ruhiges Schweinchen) ins Wort fiel.
Brandstätter poltert weiter: „Es gibt keine Zensur in Europa, und jeder muss sich an unsere Regeln halten. Trump bekämpft die freie Presse und verklagt Zeitungen und Fernsehsender. Also lasst uns in Ruhe.“ Mit diesen Worten stellt sich der österreichische EU-Mandatar direkt gegen die Erzählung der US-Republikaner, Europa sei ein Ort der Zensur.
Der Auslöser: Musks Millionen-Strafe
Hintergrund des Streits ist eine saftige Strafe aus Brüssel. Die EU verdonnerte X (ehemals Twitter) zu einer Zahlung von 120 Millionen Euro. Der Vorwurf: Irreführende „Blaue Haken“, Intransparenz bei Werbung und verweigerter Datenzugang für Forscher.
Tech-Milliardär Elon Musk schäumte vor Wut. Er teilte einen Tweet, der die EU als „Viertes Reich“ bezeichnete, und kommentierte lapidar mit „Pretty much“ („Ziemlich genau“). Unterstützung bekam er prompt von ganz oben: US-Vizepräsident JD Vance sprang ihm zur Seite. Vance twitterte, die EU solle amerikanische Unternehmen nicht wegen „solchen Unsinns“ angreifen und stattdessen die Meinungsfreiheit unterstützen. Genau dieser Tweet brachte das Fass für Brandstätter zum Überlaufen.
Kickl tobt: „Außenpolitische Geisterfahrt“
In Österreich ruft der Vorfall sofort die politische Konkurrenz auf den Plan. FPÖ-Chef Herbert Kickl sieht durch Brandstätters „üble Beschimpfung“ die Beziehungen zu den USA in Gefahr. Wie oe24 weiter ausführt, warnt Kickl davor, dass Österreichs zweitwichtigster Handelspartner vergrämt werden könnte.
Seine Forderung ist unmissverständlich: „Bundeskanzler Stocker muss der zerstörerischen außenpolitischen Geisterfahrt der NEOS unter Meinl-Reisinger, Brandstätter und Co. sofort Einhalt gebieten.“ Ob der Kanzler eingreift oder Brandstätter weiter feuern lässt? Es bleibt spannend im diplomatischen Poker zwischen Wien, Brüssel und Washington.
Credits: APA
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