Schulmassaker in Graz: Artur A. (21) – hatte er bei der Bluttat Helfer?

Schulmassaker in Graz: Artur A. (21) – hatte er bei der Bluttat Helfer?

28 Social-Media-Accounts, bestens vernetzt in der Brutalo-Egoshooter-Szene, seine Vorbilder waren irre Schlächter im Horror-Spiel Postal 2 und die beiden Schulmörder der Columbine High School: Artur A. (21), der zehnfache Mörder von Graz, dürfte jedenfalls nicht das „abgeschottet lebende Mobbingopfer“ gewesen sein – und es könnte durchaus Mitwisser und Helfer geben.

„Das Um und Auf ist jetzt das eingeleitete Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft Graz, wo es darum geht: Gibt es Mitwisser oder Beteiligte an dieser schrecklichen Tat? Auch wenn der unmittelbare Täter, so wie es aussieht, eben zu Tode gekommen ist – aber gibt es irgendjemanden, der davon was gewusst hat?“ – das sagte nun der steirische Landespolizeidirektor Gerald Ortner gegenüber dem ORF Steiermark.

Das Headset, das der Mörder während seiner Tat im BORG Dreierschützengasse in Graz trug, könnte darauf schließen lassen, dass Artur A. das Massaker auch live gestreamt hat – aber für wen? Und auf welcher Plattform? Damit ergibt sich der Verdacht, dass ähnlich denkende Personen in den Plan eingeweiht waren, vom Zeitpunkt des Blutbads wussten.

Soko „Luctus“ (Trauer) ermittelt

Die nun vom Innenministerium gegründete SOKO „Luctus“ (das ist ein lateinisches Wort und heißt übersetzt Trauer) mit 16 Ermittlern konzentriert sich nun hauptsächlich auf die Befragung von mehr als 100 Zeugen. Außerdem werden die Daten ausgewertet: Jene, die bei der Hausdurchsuchung in der Wohnung des Täters gefunden wurden, und auch jene von der Plattform, auf der Videos und Fotos für die Polizei hochgeladen werden können. „Freitagvormittag waren 683 Dateien hochgeladen – davon 371 Videos“, sagte Landespolizeidirektions-Sprecher Sabri Yorgun gegenüber oe24.at.

Wie von exxtra24.at und report24.news berichtet, war Artur A. im intensiven Social-Media-Kontakt mit anderen Gamern von Egoshooter- und Gewalt-Spielen. Besonders erschütternd: Das Horror-Game Postal 2, in dem ein Killer auch Zivilisten töten, verstümmeln und verbrennen sollte sowie auch Haustiere umbringen sollte, spielte Artur A. 31,3 Stunden lang.

Tötete der Serienmörder anfangs gezielt muslimische Schülerinnen?

Von einem exxtra24-Informanten aus Sicherheitskreisen wurde zu diesem erschütternden Fall ein weiteres mögliches Motiv erwähnt: Da der Vater des Schulmörders Armenier ist, sei es „sehr auffällig“, dass zumindest die ersten Mordopfer Mädchen mit Migrationshintergrund aus muslimischen Balkanländern gewesen seien und auch ein Kopftuch trugen.

Der Hintergrund dazu: Der Völkermord an den Armeniern war ein systematischer Massenmord an bis zu 1,5 Millionen Armeniern durch das Osmanische Reich während des Ersten Weltkriegs, vor allem zwischen 1915 und 1917. Unter der Führung der jungtürkischen Regierung wurden armenische Männer deportiert oder getötet, Frauen, Kinder und Alte auf Todesmärsche durch die Wüste geschickt, wo viele verhungerten oder ermordet wurden. Es war einer der ersten Genozide des 20. Jahrhunderts.

Der Täter mit seiner Schrotflinte – das Schulterstück hat er abgesägt

So sah sich der Killer selbst …

Ebenfalls von Artur A. erschossen: die erst 15 Jahre alte Schülerin Hana A.

Credits: Screenshots X

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