Der Wiener Schuldirektor Christian Klar, bekannt als Buchautor und ehemaliger Vize-Parteichef der ÖVP Floridsdorf, hat nach einem umstrittenen Interview mit dem russischen Staatssender „Rossija 1“ alle politischen Funktionen niedergelegt. Der Rücktritt erfolgte nach massiver Kritik und einer Welle der Empörung.
Interview in der Schule sorgt für Aufregung
Im Jänner 2026 lud Klar ein russisches Kamerateam in die Franz-Jonas-Europaschule in Floridsdorf ein. Der Anlass: Ein Interview über sein Buch „Wie retten wir die Zukunft unserer Kinder?“. Doch was als harmloses Gespräch über Bildungspolitik geplant war, entwickelte sich zu einem handfesten Skandal. Laut Klar wurde ihm zugesichert, dass weder der Ukraine-Krieg thematisiert noch die Schüler unzensiert gezeigt würden. Doch der russische Sender ignorierte diese Abmachungen und nutzte das Material für Propagandazwecke.
„Falsch zitiert und instrumentalisiert“
Klar selbst beklagte später, dass seine Aussagen im Beitrag verfälscht dargestellt wurden. So soll er laut dem Sender behauptet haben, Kinder von Migranten hätten keine Grundbildung. „Das habe ich nie gesagt“, betonte Klar gegenüber der „Kronen Zeitung“. Die Bildungsdirektion zeigte sich entsetzt, da der Besuch des russischen Teams nicht genehmigt war. „Eine Freigabe hätte es niemals gegeben“, hieß es in einer Stellungnahme.
Politischer Druck und Rücktritt
Die Kritik an Klar wuchs, nicht nur von der Bildungsdirektion, sondern auch aus den eigenen Reihen der ÖVP. „Aufgrund der inakzeptablen Vorkommnisse war ein Rücktritt unausweichlich“, erklärte die Wiener Volkspartei. Klar, der von 2020 bis 2025 als stellvertretender Bezirksvorsteher der ÖVP Floridsdorf tätig war, zog die Konsequenzen und legte alle Parteifunktionen nieder.
Bücher und Kontroversen
Klar ist nicht nur Schuldirektor, sondern auch Autor zweier Bücher, die sich mit der Situation an Wiens Schulen beschäftigen. Themen wie Deutschförderung und die Rolle des Islam in Klassenzimmern stehen dabei im Fokus. Seine Aussagen zu einem „Religionskampf“ in Schulen sorgten bereits in der Vergangenheit für Diskussionen.
Konsequenzen für die Schulleitung?
Ob Klar auch als Schuldirektor Konsequenzen zu befürchten hat, bleibt abzuwarten. Die Bildungsdirektion prüft den Fall weiterhin. Klar selbst bezeichnete das Interview inzwischen als „riesigen Fehler“ und betonte, daraus gelernt zu haben.
Quellen: oe24.at, heute.at, meinbezirk.at, derstandard.de, wien.orf.at
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