Kickl nach Rucks Rücktritt: „System bleibt, nur Ruck geht“

Kickl nach Rucks Rücktritt: „System bleibt, nur Ruck geht“

Kaum hatte Walter Ruck seinen Rücktritt bekanntgegeben, meldete sich FPÖ-Chef Herbert Kickl zu Wort – mit gewohnt scharfen Worten. Für ihn ist der Rückzug des Wirtschaftskammer-Wien-Präsidenten nur die Spitze eines viel größeren Problems. Und er nimmt dabei gezielt auch Wiens Bürgermeister ins Visier.

„Nur Spitze eines riesigen Eisbergs“

„Ruck geht, aber das schwarz-rote System der Packelei und des Postenschachers bleibt“, ärgerte sich der FPÖ-Bundesparteiobmann, nachdem er vom Rücktritt Rucks erfahren hatte, wie oe24 berichtet. Der „Ruck-Skandal“ sei „nur Spitze eines riesigen Eisbergs des politischen Selbstbedienungsladens“, so Kickl weiter.

Rundumschlag gegen ORF, Kammer und Ampel

In seiner Aussendung ließ der FPÖ-Chef praktisch keine Institution aus. „Ob ORF, Wirtschaftskammer oder die Verlierer-Ampel als größte und teuerste Regierung aller Zeiten – es ist überall das gleiche jämmerliche Schauspiel, von dem die Menschen im Land, die unter diesen Zuständen leiden, schon längst die Nase voll haben. Österreich braucht einen politischen Neustart und dafür stehen nur wir Freiheitliche!“, zitiert oe24 den Parteichef. Die Causa Ruck sei für ihn nur ein Mosaikstein eines größeren Bildes, in dem sich ÖVP und SPÖ – unter Mithilfe von NEOS und Grünen – „den Staat zur Beute gemacht“ hätten, während Bürger und Unternehmer für den „Machtrausch“ der Systemparteien die Zeche zahlen müssten.

Gezielter Angriff auf Bürgermeister Ludwig

Besonders pointiert richtete sich Kickl gegen Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig, der Ruck über Wochen demonstrativ unterstützt hatte. „Das ‚Selbstbedienungsbetriebssystem‘, das jetzt zu Tage getreten ist, bricht wegen Rucks Rücktritt nicht zusammen. Es bleibt die Frage, wie es jetzt mit SPÖ-Bürgermeister Ludwig, der sich quasi als ‚roter Skandal-Zwilling‘ bis zuletzt hinter ihn gestellt hat, weitergeht? Er ist die zweite Komponente dieses üblen Betriebssystems!“, fragt Kickl laut oe24. Der FPÖ-Chef fordert lückenlose Aufklärung und nutzt die Gelegenheit zugleich, um erneut ein Ende der Pflichtmitgliedschaft in der Wirtschaftskammer zu verlangen.

Auch die Grünen wollen Antworten von Ludwig

Mit seiner Kritik an Ludwig steht Kickl nicht allein da. Auch die Wiener Grünen fragen laut oe24 pointiert: „Wann bricht Bürgermeister Ludwig sein Schweigen?“ Die Partei sieht den Bürgermeister nach wie vor in Erklärungsnot – ein Umstand, der auch mit der eigenen Vorgeschichte zusammenhängt: Die Grünen wurden 2020 aus der Wiener Stadtregierung gedrängt, seither regiert Ludwig gemeinsam mit den NEOS.

Ein politisches Nachspiel mit offenem Ausgang

Mit Rucks Rücktritt ist die causa für die FPÖ also keineswegs erledigt – im Gegenteil: Kickl nutzt den Moment, um den Fall in eine grundsätzliche Abrechnung mit der Regierung und insbesondere mit Bürgermeister Ludwig umzumünzen. Ob und wie sich Ludwig zu den Vorwürfen und seiner wochenlangen Rückendeckung für Ruck äußern wird, ist weiterhin offen.

Credits: Parlamentsdirektion/​Thomas Topf

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