Die Summe ist schwindelerregend und markiert einen neuen Höhepunkt im Drama um den gefallenen Immobilien-Tycoon René Benko. Die Forderungen gegen die insolvente Signa Prime Selection AG haben sich auf unglaubliche 12,34 Milliarden Euro summiert. Diese Zahl kam, wie der „Kurier“ berichtete nach einer Prüfungstagsatzung am Dienstag ans Licht. Damit ist der Schuldenberg seit der letzten Prüfung im Juni um fast 700 Millionen Euro angewachsen.
Ein Netz aus Forderungen und bestrittenen Summen
Von der gigantischen Gesamtsumme sind aktuell allerdings nur 5,54 Milliarden Euro von den Insolvenzverwaltern anerkannt. Ein Betrag von 6,8 Milliarden Euro wird bestritten, was die Komplexität des Verfahrens verdeutlicht. Ein großer Teil der neu angemeldeten Ansprüche stammt laut oe24.at aus Insolvenzverfahren von Signa-Tochtergesellschaften in Deutschland. Allein eine insolvente Projektgesellschaft in München fordert 450 Millionen Euro.
Vom Vorzeige-Unternehmer zum mutmaßlichen Finanzjongleur
Einst war René Benko der Star der internationalen Immobilienszene. Sein Portfolio umfasste, wie Bloomberg einst hervorhob, absolute Juwelen in den besten Lagen der Welt. Dazu gehörten Ikonen wie das Chrysler Building in New York, das Luxushotel Park Hyatt in Wien und das berühmte KaDeWe in Berlin. Benkos Strategie basierte auf der Annahme, dass der Wert seiner einzigartigen Immobilien nur eine Richtung kennt: nach oben.
Doch hinter der glänzenden Fassade scheinen sich Abgründe aufzutun. Das Finanzportal FinTelegram berichtet von schweren Vorwürfen der Finanzmanipulation und einem mutmaßlichen „Geldkarussell“. Ermittler sollen den Verdacht hegen, dass kurz vor dem Zusammenbruch Gelder im Kreis geschoben wurden, um Investoren zu täuschen. Es wird behauptet, dass Benko so den Eindruck erweckte, frisches Eigenkapital in sein wankendes Imperium zu pumpen, während das Geld in Wahrheit von anderen Investoren stammte.
Ein undurchsichtiges Firmengeflecht
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, da Benkos Signa-Gruppe aus über 1.000 miteinander verflochtenen Unternehmen bestand. Dieses komplexe Konstrukt macht es zur Mammutaufgabe, die Geldflüsse nachzuvollziehen und die Verantwortung für den enormen Schaden zu klären. Während die Gläubiger um ihr Geld bangen, steht der einstige Immobilien-Milliardär im Zentrum eines der größten Wirtschaftskrimis der jüngeren europäischen Geschichte.
Quellen: oe24.at, Kurier, Bloomberg, FinTelegram
Credits: APA
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