Schulden-Schock in Österreichs Gemeinden: Wer zahlt die Zeche?

Schulden-Schock in Österreichs Gemeinden: Wer zahlt die Zeche?

Österreichs Gemeinden sitzen auf einem gigantischen Schuldenberg von über 23 Milliarden Euro! Doch nicht alle sind gleich betroffen – die Unterschiede zwischen den Bundesländern könnten größer kaum sein. Während Wien mit astronomischen 5.278 Euro pro Kopf die Liste anführt, zeigt sich Salzburg mit vergleichsweise bescheidenen 862 Euro als Musterschüler.

Vorarlberg: Schuldenhochburg der kleinen Gemeinden

In Vorarlberg türmen sich die Schulden kleiner Gemeinden auf schwindelerregende Höhen. Warth, ein malerisches Örtchen mit gerade einmal 164 Einwohnern, hält den traurigen Rekord mit unglaublichen 43.957 Euro Schulden pro Kopf. Auch Kaisers in Tirol (27.242 Euro) und Lech (27.052 Euro) stehen auf der Liste der Top-Schuldner. Karoline Mitterer vom Zentrum für Verwaltungsforschung (KDZ) erklärt gegenüber der APA: „Die Basisinfrastruktur verursacht auch in kleinen Gemeinden hohe Kosten. Ein Gemeindeamt kostet halt.“

Wien: Spitzenreiter mit Sonderstatus

Die Bundeshauptstadt Wien ist mit 5.278 Euro pro Kopf zwar Spitzenreiter, doch aufgrund ihrer Doppelrolle als Bundesland und Gemeinde nicht direkt vergleichbar. Immerhin entfallen satte 10,2 Milliarden Euro der Gesamtschulden auf die Zwei-Millionen-Metropole. Dennoch bleibt die Frage: Wie lange kann sich die Stadt diese Belastung leisten?

Salzburg: Das Paradies für Gemeinden?

„Wenn ich eine Gemeinde wäre, dann würde ich nach Salzburg gehen“, scherzt Mitterer. Kein Wunder: Hier müssen die Gemeinden vergleichsweise wenig an das Bundesland abführen. Während in anderen Bundesländern wie Kärnten und Oberösterreich ein Großteil der Steuereinnahmen an die Länder fließt, bleibt in Salzburg mehr Geld in den Gemeindekassen. Das macht sich bezahlt: Mit nur 862 Euro pro Kopf ist Salzburg das Schlusslicht in der Schuldenstatistik.

Warum sind die Schulden so hoch?

Ein wesentlicher Faktor für die Verschuldung ist die sogenannte „Landesumlage“. Gemeinden müssen einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen an die Länder abführen, um Krankenhäuser, Pflege und andere soziale Leistungen zu finanzieren. Laut KDZ fließen österreichweit sechs von zehn Steuer-Euros zurück an die Länder. Hinzu kommen hohe Kosten für Infrastrukturprojekte wie Kindergärten oder Musikschulen, die oft nur unzureichend vom Bund unterstützt werden.

Lichtblicke: Schuldenfreie Gemeinden

Doch es gibt auch positive Nachrichten: 53 Gemeinden in Österreich sind komplett schuldenfrei. Darunter finden sich nicht nur winzige Orte wie Namlos in Tirol oder Tschanigraben im Burgenland, sondern auch größere Städte wie St. Johann im Pongau und Bischofshofen in Salzburg. Ein Beweis dafür, dass solide Finanzpolitik auch in schwierigen Zeiten möglich ist.

Quelle: Statistik Austria, oe24

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