Ein neuer Bericht des Forschungsverbunds MOTRA (Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung) sorgt für Aufsehen: Fast die Hälfte der Muslime unter 40 Jahren in Deutschland zeigt islamistische oder antisemitische Einstellungen. Die Ergebnisse werfen ein beunruhigendes Licht auf die Radikalisierungstendenzen in dieser Bevölkerungsgruppe.
Junge Muslime besonders gefährdet
Laut dem Bericht, der von drei deutschen Bundesministerien gefördert wurde, sind 45,1 Prozent der Muslime im Alter von 18 bis 40 Jahren entweder offen oder latent islamistisch und judenfeindlich eingestellt. Besonders alarmierend: 11,5 Prozent dieser Altersgruppe vertreten manifeste islamistische Ansichten, während 33,6 Prozent latente islamismusaffine Einstellungen zeigen. Diese Zahlen basieren auf einer umfassenden Analyse, die seit 2019 durchgeführt wird.
Wie der Bericht weiter ausführt, ist die Zustimmung zu einem islamischen Gottesstaat in dieser Gruppe mit 23,8 Prozent erschreckend hoch. Zudem bejahen 25,1 Prozent, dass die Regeln des Korans wichtiger seien als die Gesetze in Deutschland. Diese Entwicklungen sind nicht nur ein gesellschaftliches, sondern auch ein politisches Problem, das dringend angegangen werden muss.
Antisemitismus auf dem Vormarsch
Besonders besorgniserregend ist der Anstieg antisemitischer Einstellungen. Laut MOTRA stimmen 29,1 Prozent der jungen Muslime unter 40 Jahren manifest antisemitischen Aussagen zu. Aussagen wie „Juden haben in Deutschland zu viel Einfluss“ oder „Juden kann man nicht trauen“ finden in dieser Gruppe signifikante Zustimmung. Der Bericht macht deutlich, dass diese Einstellungen nicht nur auf importierten Antisemitismus zurückzuführen sind, sondern auch durch aktuelle politische Ereignisse wie den Gaza-Krieg 2023 befeuert wurden.
Gesellschaftliche Auswirkungen
Der niederländische Schriftsteller Leon de Winter kommentierte die Ergebnisse in der Welt mit deutlichen Worten: „45,1 Prozent der Muslime in dieser Altersgruppe sind offene oder verdeckte Islamisten. Das bedeutet, dass ich ein bisschen aufpassen muss bei jedem islamischen Duo, denn die Hälfte davon ist ein Judenhasser.“ Diese Aussage verdeutlicht die gesellschaftliche Brisanz der Ergebnisse.
Was bedeutet „islamismusaffin“?
Der Begriff „islamismusaffin“ beschreibt laut MOTRA eine Einstellung, die religiöse Regeln des Islam über die politischen und gesellschaftlichen Gesetze stellt. Dazu gehört auch die Abwertung nicht-islamischer Religionen und Gesellschaften sowie die übersteigerte Aufwertung des Islam. Diese Denkweise steht im Widerspruch zu den Grundwerten einer pluralistischen Gesellschaft.
Quellen: exxpress.at, MOTRA-Bericht, Welt
Credits: APA
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