Schock-Zahlen: Frauen in Österreich sind die großen Verlierer im Pensions-System!

Schock-Zahlen: Frauen in Österreich sind die großen Verlierer im Pensions-System!

Es ist eine bittere Pille für alle Frauen in unserem Land: Während in anderen Ländern die Unterschiede kleiner werden, klafft in Österreich ein riesiges Loch zwischen den Pensionen von Männern und Frauen. Neue Daten zeigen jetzt das ganze Ausmaß der Misere. Wir sind fast Schlusslicht in der westlichen Welt!

Österreichs Frauen müssen im Alter jeden Euro zweimal umdrehen – zumindest im Vergleich zu den Männern. Das bestätigt jetzt schwarz auf weiß der aktuelle Bericht „Pensions at a Glance 2025“ der OECD. Wie die OECD knallhart vorrechnet, liegt die sogenannte „Pensionslücke“ hierzulande bei unfassbaren 35,6 Prozent. Das bedeutet im Klartext: Frauen bekommen im Schnitt über ein Drittel weniger Pension aufs Konto als ihre männlichen Kollegen.

Damit ist Österreich unter den 35 OECD-Staaten auf den beschämenden hinteren Rängen gelandet. Nur in Japan, Großbritannien und den Niederlanden ist die Situation noch düsterer, wie die Daten zeigen.

OECD-Experte warnt: Es wird Jahrzehnte dauern

Die Gründe für dieses Desaster sind vielfältig, aber bekannt. Wie der OECD-Ökonom Maciej Lis im Gespräch mit der APA erläutert, sind die Hauptursachen die Einkommensunterschiede, die hohe Teilzeitquote bei Frauen und die unbezahlte Pflegearbeit, die noch immer meistens an den Frauen hängenbleibt.

Besonders bitter ist die Prognose des Experten: Selbst wenn wir ab morgen am Arbeitsmarkt absolute Gleichberechtigung hätten, würde es noch Jahrzehnte dauern, bis sich das auf den Konten der Pensionistinnen bemerkbar macht. Wie die Statistik Austria für 2023 meldet, verdienten Frauen schon im Erwerbsleben 18,3 Prozent weniger als Männer. Wer weniger einzahlt, bekommt am Ende auch weniger raus – eine fatale Rechnung.

Mütter zahlen den Preis

Ein wesentlicher Faktor sind die Kinder. Wie der OECD-Bericht aufzeigt, müssen Mütter, die eine Auszeit für die Erziehung nehmen, erhebliche Einbußen hinnehmen. Die Pension von berufstätigen Müttern liegt laut den Experten zehn Prozent höher als jene von Müttern, die nach der Geburt nicht mehr oder nur Teilzeit arbeiten.

„Selbst zehn Jahre nach der Geburt ihrer Kinder sind noch negative Auswirkungen auf die Löhne von Müttern zu beobachten“, erklärt Lis. Bei den Vätern? Da sieht man diesen Knick in der Karriere meistens nicht.

Regierung lobt sich, Kritiker toben

Zwar gibt es Maßnahmen wie das Pensionssplitting, bei dem Eltern ihre Ansprüche teilen können. Doch wie der Experte Lis anmerkt: „Das Problem bei solchen freiwilligen Maßnahmen ist, dass sie nicht so oft angewendet werden.“

Während Agenda Austria und die Industriellenvereinigung die Zahlen laut ORF als Weckruf für eine Pensionsreform und ein höheres Antrittsalter sehen, schlägt der Pensionistenverband Alarm. Wie der ZVPÖ kritisiert, sei Österreich EU-weit bei der Ungleichheit fast ganz unten. Monika Kemperle vom ÖGB spricht von einer „sozialen Ungerechtigkeit, die man nicht länger akzeptieren darf“.

Fakt ist: Während Länder wie Deutschland oder Griechenland ihre Lücke in den letzten Jahren massiv verkleinern konnten (um mehr als 15 Prozent seit 2007), ist sie in Österreich laut OECD sogar größer geworden – von 33,3 Prozent im Jahr 2007 auf den jetzigen Höchststand.

Quellen: oe24.at, OECD „Pensions at a Glance 2025“, ORF.at, Der Standard, ZVPÖ
Credits: APA

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