Sechs Pro-Palästina-Demonstranten drangen am 21. August 2025 unbefugt in das ORF-Zentrum am Küniglberg ein und sorgten mit einer spektakulären Protestaktion für Aufruhr. Wie Der Standard berichtet, alarmierte das Sicherheitspersonal gegen 16 Uhr die Polizei.
Rote Farbe und radikale Botschaften
Die Aktivisten machten ihrem Ärger über die ORF-Berichterstattung auf drastische Weise Luft. Wie Heute berichtet, beschmierten sie mit roter Farbe Wände und Böden des Fernsehzentrums. In großen Buchstaben prangerte der Schriftzug „ORF enabled Genocide“ („Der ORF ermöglicht einen Genozid“) auf dem Boden. Besonders provokant: Das bekannte ORF-Logo wurde kurzerhand mit roter Farbe in „IDF“ umgewandelt – die Abkürzung für die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte.
Bis zum Newsroom vorgedrungen
Laut MeinBezirk gelang es den Demonstranten sogar, bis in die heiligen Hallen des Newsrooms vorzudringen. Dort verteilten sie Flugblätter in mehreren Büros und skandierten lautstark ihre Parolen. Die Aktion war offenbar gut geplant – möglicherweise nutzten die Aktivisten eine reguläre Führung, um ins Gebäude zu gelangen.
Polizei-Großeinsatz beendet Spektakel
Die Wiener Polizei reagierte schnell auf den Hilferuf der ORF-Sicherheitskräfte. Wie Puls24 bestätigt, rückten mehrere Einsatzfahrzeuge zum Küniglberg aus. Alle sechs Demonstranten wurden festgenommen und vom Gelände entfernt. Polizeisprecher Markus Dittrich bestätigte gegenüber MeinBezirk den erfolgreichen Einsatz.
ORF zeigt sich unbeeindruckt
Trotz des dramatischen Vorfalls gab sich der öffentlich-rechtliche Sender gelassen. Wie Der Standard berichtet, betonte ein ORF-Sprecher, dass zu keiner Zeit eine Gefährdung von Personen oder Live-Sendungen bestanden habe. Der Betrieb im Newsroom konnte ohne Unterbrechung fortgesetzt werden.
In einer offiziellen Stellungnahme wehrte sich der ORF vehement gegen die Vorwürfe: „Der ORF legt Wert darauf, dass er, zu journalistischer Objektivität und Sorgfalt verpflichtet, ausgewogen über den Nahost- bzw. Gaza-Konflikt berichtet.“ Man weise jeden Vorwurf der Parteilichkeit zurück und werde alle rechtlichen Schritte ergreifen.
Politischer Hintergrund der Protestaktion
Wie die Kleine Zeitung erklärt, richtete sich der Protest gegen die israelische Politik im Gazastreifen, die die Aktivisten als „aggressiv und völkerrechtswidrig“ bewerten. Die Demonstranten warfen dem ORF vor, durch seine Berichterstattung den Konflikt einseitig darzustellen und damit indirekt Gewalt zu unterstützen.
Nicht der erste Vorfall dieser Art
Besonders brisant: Es ist nicht das erste Mal, dass Pro-Palästina-Aktivisten ORF-Einrichtungen ins Visier nehmen. Wie Puls24 berichtet, stürmten bereits im Juni 2025 Demonstranten das ORF-Landesstudio in Tirol. Dabei hissten sie eine Palästina-Flagge auf dem Dach und zündeten bengalische Feuer.
Die Kleine Zeitung erwähnt weitere Vorfälle bei den Salzburger Festspielen, wo Pro-Palästina-Aktivisten ebenfalls für Störungen sorgten. Dies zeigt ein Muster gezielter Proteste gegen österreichische Medien und Kultureinrichtungen.
Credits: APA
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