Schmutziger Krieg am Küniglberg: Ex-ORF-Boss Weißmann zeigt seine Belastungszeugin an

Schmutziger Krieg am Küniglberg: Ex-ORF-Boss Weißmann zeigt seine Belastungszeugin an

Der Skandal rund um den gefallenen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann geht in die nächste Runde. Jetzt dreht der 58-Jährige den Spieß einfach um. Er reicht eine Strafanzeige gegen jene Frau ein, die ihn der sexuellen Belästigung bezichtigt hat. Es geht um schwere Vorwürfe, die von Erpressung bis hin zu illegal aufgezeichneten Telefonaten reichen.

Vorwurf der Erpressung

Wie oe24 berichtet, hat Weißmanns Anwalt eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht. Behördensprecherin Nina Bussek bestätigt das Einlangen der Papiere und erklärt, dass man nun den Anfangsverdacht prüfe. Laut Informationen der Kronen Zeitung richten sich die Vorwürfe nicht nur gegen die mutmaßliche Belästigungszeugin, sondern auch gegen ihren Rechtsanwalt. Im Raum steht der Verdacht auf Erpressung, worauf das Strafrecht bis zu fünf Jahre Haft vorsieht. Zudem geht es um den Missbrauch von Tonaufnahmen, da angeblich heimliche Handygespräche zwischen der ORF-Angestellten und dem Ex-Chef mitgeschnitten wurden.

Opfer wehrt sich gegen Vorwürfe

Die beschuldigte Frau lässt das nicht auf sich sitzen. Wie die NÖN und das Magazin Falter übereinstimmend berichten, meldet sich das mutmaßliche Opfer nun selbst zu Wort. Sie widerspricht den Darstellungen von Weißmanns Anwalt vehement. Es habe niemals eine Liebesbeziehung, eine Affäre oder gar intimen physischen Kontakt gegeben. Sie fühlt sich durch die Aussagen des Ex-Chefs diskreditiert und diffamiert. Ihre Forderungen an Weißmann waren laut Falter unter anderem der Rücktritt, die Übernahme der Anwaltskosten sowie eine Spende von 25.000 Euro an ein Frauenhaus der Caritas.

Die Justiz ist am Zug

Weißmann selbst bestreitet die Belästigungsvorwürfe weiterhin strikt. Wie Die Presse berichtet, spricht er von einer Beziehung im beidseitigen Interesse, die bereits 2019 begann, als er noch gar nicht Generaldirektor war. Sein Anwalt Norbert Wess bereitet nun die rechtlichen Schritte vor. Der ORF, der momentan interimistisch von Ingrid Thurnher geleitet wird, hat eine externe Taskforce zur Aufklärung der Causa eingerichtet. Jetzt muss die Justiz klären, ob die vorgelegten Beweise für ein Ermittlungsverfahren ausreichen. Die Schlammschlacht um Macht, Geld und angebliche Übergriffe bleibt uns also noch eine Weile erhalten.

Quellen: oe24, Kronen Zeitung, NÖN, Falter, Die Presse
Credits: APA

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