Schlimmer als die Ölkrisen der 70er: IEA schlägt Alarm

Schlimmer als die Ölkrisen der 70er: IEA schlägt Alarm

Es sind Worte, die aufhorchen lassen. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnte am Montag beim nationalen Presseklub im australischen Sydney vor der womöglich schwersten Energiekrise seit Jahrzehnten. Wie oe24 und der Tagesspiegel berichten, bezifferte er den aktuellen Ausfall auf elf Millionen Barrel Öl pro Tag — deutlich mehr als während der beiden Ölschocks der 1970er-Jahre, bei denen jeweils rund fünf Millionen Barrel täglich fehlten.

Hormuz blockiert — die ganze Welt spürt es

Auslöser ist der seit 28. Februar andauernde Iran-Krieg und die faktische Blockade der Straße von Hormuz, durch die in Friedenszeiten rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports fließt. Wie 20 Minuten berichtet, hatte Birol die Lage bereits zuvor in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als die „größte Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte der Menschheit“ bezeichnet. In Sydney legte er nach: „Kein Land wird von den Auswirkungen dieser Krise verschont bleiben, wenn sie sich weiter in diese Richtung entwickelt.“ Globale Anstrengungen seien dringend erforderlich.

Wie oekonews.at berichtet, warnte Birol zudem, dass die Wiederherstellung der Öl- und Gasflüsse aus der Golfregion bis zu sechs Monate dauern könnte, manche Anlagen noch länger.

Notreserven freigegeben — und weitere geplant

Als Reaktion auf die eskalierenden Preise beschloss die IEA Mitte März die Freigabe von 426 Millionen Barrel aus ihren strategischen Reserven — laut oe24 die sechste und zugleich größte Freigabe in der über 50-jährigen Geschichte der Organisation. Doch damit ist es offenbar nicht getan: Wie t-online und der Tagesspiegel berichten, erwägt die IEA weitere Reservefreigaben und berate sich dazu bereits mit Regierungen in Asien und Europa.

Sofortmaßnahmen: Homeoffice und Tempolimit

Parallel dazu hat die IEA einen Zehn-Punkte-Plan zur Drosselung des Ölverbrauchs vorgelegt. Wie Euronews berichtet, zählen Homeoffice-Pflichten, Tempolimits auf Autobahnen und die Förderung öffentlicher Verkehrsmittel zu den zentralen Empfehlungen — 45 Prozent des weltweiten Ölbedarfs entfallen auf den Straßenverkehr. Mehrere Länder setzen solche Maßnahmen bereits um: Pakistan schloss Schulen, Thailand begrenzte Klimaanlagen, Bangladesch zog Universitätsferien vor.

Die Märkte reagieren entsprechend. Wie ADAC und t-online berichten, hat Goldman Sachs seine Preisprognose für Rohöl der Sorte Brent 2026 auf 85 Dollar pro Barrel angehoben. Birol schloss seinen Auftritt in Sydney mit einer knappen Hoffnung: „Ich hoffe sehr, dass dieses Problem so bald wie möglich gelöst wird.“


Quellen:

  • oe24.at: IEA-Chef warnt vor schwerster Energiekrise seit Jahrzehnten (23.03.2026)
  • tagesspiegel.de: Zwei große Ölschocks zusammengenommen: IEA-Chef warnt vor schwerster Energie-Krise seit Jahrzehnten (23.03.2026)
  • t-online.de: Iran-Krieg aktuell: IEA-Chef warnt vor „schwerster Energiekrise“ (23.03.2026)
  • 20min.ch: Iran-Krieg: IEA-Chef Birol sieht größte Bedrohung der Energiesicherheit (22.03.2026)
  • euronews.de: IEA gibt zehn schnelle Spartipps für Kraftstoff (20.03.2026)
  • oekonews.at: Öl-Notstand: IEA warnt vor Preis-Explosion (März 2026)
  • adac.de: Nahost-Krieg: Warum steigen die Spritpreise schon wieder? (20.03.2026)

Credits: OECD/IEA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x