Schilling und „Changes for Women“ mobilisieren für Abtreibungs-Demo in Wien

Schilling und „Changes for Women“ mobilisieren für Abtreibungs-Demo in Wien

Heute Abend findet in Wien eine Demonstration für den freien, leistbaren Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen statt. Mitorganisiert wird sie von Grünen-EU-Abgeordneter Lena Schilling – und von einem gemeinnützigen Verein, der seit Jahren in der politischen Debatte eine Rolle spielt.

„629 Euro aus eigener Tasche – das ist keine Wahlfreiheit“

In einem Instagram-Post mobilisierte Schilling für die Demonstration am heutigen Mittwoch um 18 Uhr in Wien, wie exxpress berichtet. Ihre Kernforderung: Schwangerschaftsabbrüche sollen aus dem Strafgesetzbuch gestrichen und künftig von der Krankenkasse übernommen werden. „Selbstbestimmung ist ein Recht. Und trotzdem steht der Abbruch in Österreich noch immer im Strafgesetzbuch – knapp hinter Mord und Totschlag“, schrieb Schilling laut exxpress auf Instagram. Den Durchschnittspreis eines Abbruchs bezifferte sie mit 629,66 Euro: „Keine Kasse zahlt. Wer wenig hat, zahlt den höchsten Preis.“

Unterstützung kommt von Grünen-Frauensprecherin Julia Malle, die gemeinsam mit Schilling in einem Mobilisierungsvideo für die Demo wirbt, wie exxpress schildert. Beide tragen dabei weiße T-Shirts mit dem Aufdruck „My body, my choice“.

Wer hinter der Demo steckt

Organisiert wird die Veranstaltung vom Wiener Verein CHANGES for Women, der laut eigener Webseite seit seiner Gründung 2018 im 5. Bezirk insgesamt 739 ungewollt Schwangere mit zusammen mehr als 313.000 Euro beim Zugang zu Abtreibungen unterstützt hat. Der Verein beschreibt sich als „völlig unabhängig“ und ehrenamtlich geführt. Er sei auf Spenden angewiesen. Laut exxpress besteht eine Verbindung zu einem sogenannten „Repro Fördertopf“, der auch Studentinnen finanzielle Unterstützung für Schwangerschaftsabbrüche bietet. Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) habe für das Uni-Jahr 2025/26 laut exxpress 18.000 Euro aus Pflichtbeiträgen für diesen Zweck vorgesehen – im Vorjahr seien es 25.000 Euro gewesen. Diese Zahlen gehen laut exxpress aus dem ÖH-Jahresvoranschlag hervor. exxpress behauptet zudem, der Verein erhalte Mittel aus dem SPÖ-geführten Arbeits- und Sozialministerium – eine Angabe, die exxpress auf die Vereinswebseite stützt, aber von dort nicht unabhängig bestätigt werden konnte. CHANGES for Women selbst betont Unabhängigkeit.

Hintergrund: Rechtliche Lage in Österreich

Schwangerschaftsabbrüche sind in Österreich seit 1975 durch die sogenannte Fristenregelung innerhalb der ersten drei Monate straffrei, stehen aber nach wie vor im Strafgesetzbuch. Kosten werden von der Krankenkasse nicht übernommen – laut CHANGES for Women kostet ein Abbruch je nach Anbieter zwischen 380 und 700 Euro. Ausnahmen für die Kostenübernahme gibt es laut dem Verein nur für Wienerinnen in bestimmten Notlagen über die MA 40.

Credits: Parlamentsdirektion, Ulrike Wieser

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x