Mitten in schwachen Umfragezahlen und innerparteilichem Druck startet die SPÖ ihre diesjährige Sommertour. Parteichef und Vizekanzler Andreas Babler setzt dabei auf Bürgernähe – und nimmt das Bild des angreifbaren Politikers bewusst in Kauf.
Vom Neusiedlersee bis zum Bodensee
Die SPÖ hat am Dienstag in Wien ihre Sommertour unter dem Motto „Ordnen statt spalten“ präsentiert, wie oe24 berichtet. Bei zahlreichen Terminen „vom Neusiedlersee bis zum Bodensee“ will sich die Partei bewusst volksnah geben. Babler und andere SPÖ-Regierungsmitglieder werden dabei nicht „geschlossen als Block“ auftreten, sondern alleine oder zu zweit unter die Leute gehen – etwa am Donauinselfest, beim Sommerfest Korneuburg oder beim Poolbarfestival in Feldkirch. Treffen will man Funktionäre, Parteimitglieder und Sympathisanten auch „im Wirtshaus oder im Vereinsheim“, wie oe24 schildert.
„Zehn Minuten Input, dann zuhören“
Das Format ist bewusst schlicht gehalten, wie oe24 berichtet. „Zehn Minuten Input“ – etwa zur Pensionsdebatte – dann Zuhören. „Wir kommen nicht mit der Hochglanzkulisse, kommen nicht mit vorgefertigten Antworten“, betonte Babler bei der Präsentation im Wiener Filmquartier. Man werde zwar reden, aber „noch viel wichtiger, wir werden zuhören.“
Das Motto erklärt Babler laut oe24 so: Viele Menschen versuchten, „Ordnung in ihren Alltag zu bringen“ und erlebten dabei eine „Politik, die Lärm produziert und Jung gegen Alt, Stadt gegen Land, Arbeitnehmer gegen Pensionisten ausspielt.“ Es gehe nicht „um die da oben gegen die da unten.“
„Bin ein Vizekanzler, den man angreifen kann“
Der markanteste Satz der Präsentation stammt von Babler selbst: „Ich bin ein Vizekanzler, den man angreifen kann“, zitiert ihn oe24. Das klingt nach Selbstbewusstsein – ist aber auch eine implizite Reaktion auf sein schlechtes Abschneiden in aktuellen Umfragen. Wie eine Unique-Research-Erhebung für heute.at vom Wochenende zeigt, sind nur 5 Prozent der Österreicher „sehr zufrieden“ mit seiner Arbeit – der schlechteste Wert unter allen abgefragten Politikern. 66 Prozent sind nicht zufrieden. Babler liegt damit sogar hinter Oppositionschef Herbert Kickl.
Credits: Parlamentsdirektion/Thomas Topf
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