Ein NEOS-Staatssekretär, der für Deregulierung und Sparsamkeit wirbt – und gleichzeitig fleißig um die Welt jetttet. Eine parlamentarische Anfrage bringt Schellhorns Dienstreisen der vergangenen Monate ans Licht.
FPÖ fragt nach – und bekommt Zahlen
Eine parlamentarische Anfrage von FPÖ-Abgeordnetem Christoph Steiner an das Außenministerium bringt Einblick in Staatssekretär Sepp Schellhorns Dienstreisemuster der vergangenen vier Monate. Wie exxpress.at berichtete, liest sich sein Terminkalender wie eine kleine Weltreise. Genaue Einzelzahlen zur aktuellen Anfragebeantwortung lagen noch nicht vollständig vor – doch das bisherige Muster ist bekannt und dokumentiert.
Bereits 2025: 177 Fahrten, 9 Flüge in drei Monaten
Was ist bekannt? Für den Zeitraum zwischen Ende März und Ende Juni 2025 hat eine frühere FPÖ-Anfrage bereits belastbare Zahlen geliefert. Wie vol.at berichtete, absolvierte Schellhorn in diesen drei Monaten 177 Fahrten mit seinem Dienstwagen – einem Audi A8 der Oberklasse – sowie neun Flugreisen zu Dienstreisen nach Frankreich, Belgien und Deutschland. Sein Entschluss, den vorgesehenen Audi A6 kurz nach Amtsantritt auf einen A8 zu upgraden, sorgte für anhaltende Kritik und brachte ihm den Spitznamen „Achter-Sepp“ ein.
Turkmenistan, Nizza, Ghana – und jetzt mehr
Die jüngste Reiseliste geht noch weiter. Wie Fass ohne Boden berichtete, war Schellhorn im August 2025 nach Avaza in Turkmenistan gereist, im Juni 2025 nach Nizza zur UN-Ozeankonferenz – und im März 2026 nach Ghana für einen zweitägigen Besuch, der laut Schätzungen des Portals inklusive Delegation wohl mehr als 10.000 Euro Steuergeld gekostet hat. Der Ghana-Trip kostete allein an Flugtickets (Wien–Accra, Economy) über 1.000 Euro pro Person.
Der Widerspruch, der brennt
Das politisch Brisante ist der Kontext: Schellhorn ist nicht irgendein Staatssekretär – er ist zuständig für Deregulierung und gilt innerhalb der Koalition als einer der lautesten Verfechter von Sparmaßnahmen. Gleichzeitig forderte er im Budgetstreit NEOS-intern bis zu 4,5 Milliarden Euro Einsparungen – zur Hälfte auf Kosten der Pensionisten.
Wie der Politikbeobachter Fass ohne Boden kommentierte, zeigt die immer wiederkehrende Dienstreisekritik eine „sehr flache Lernkurve“: „Andauernd kommen Sparbefehle für die Bevölkerung, aber die zweite Reihe der Bundesregierung gönnt sich selbst in den härtesten Krisenzeiten ein Jet-Set-Feeling.“
Credits: APA
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