Der Salzburger SPÖ-Politiker Tarik Mete postet nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran – und löst damit eine scharfe Reaktion der jüdischen Gemeinschaft aus. Besonders brisant: Im Kommentarbereich seiner Beiträge taucht offen antisemitische Hetze auf.
Die Postings: Plakativ, emotional, einseitig
Am 28. Februar 2026, dem Tag der Angriffe auf den Iran, veröffentlichte Tarik Mete – SPÖ-Gemeinderat der Stadt Salzburg, Jurist und Verkehrssprecher seiner Fraktion – mehrere Facebook-Beiträge in großformatigen, rot dominierten Grafiken. Darin formulierte er unter anderem: „Israel bombardiert Volksschule im Iran – 51 Mädchen sterben“ und „Israel meldet Präventivschlag gegen den Iran.“
Mete sprach von einem „eklatanten Bruch des Völkerrechts“ und warf den Medien vor, das „Wording der rechtsextremistischen israelischen Regierung“ zu übernehmen. Er schrieb zudem, seit dem 7. Oktober 2023 hätten vom israelischen Staat ausgehend militärische Einsätze in Iran, Syrien, Libanon, Katar, Jemen und Teilen des Irak stattgefunden – und der gesamte Gazastreifen sei „zerbombt und dem Erdboden gleich gemacht worden“. Abschließend fragte er rhetorisch: „War das auch Prävention?“
IKG-Präsident Rosen: „Inakzeptabel“
Elie Rosen, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für Salzburg, Steiermark und Kärnten, reagierte mit einer Presseaussendung und scharfer Kritik. Wie meinbezirk.at berichtet, bezeichnet Rosen Metes Darstellung als „inakzeptabel“ und warnt vor Polarisierung und verkürzter Analyse.
Besonders kritisch sieht Rosen die gezielte Fokussierung auf Kinder als zentrales narratives Element. „Maximale Betroffenheit ersetzt keine geopolitische Analyse“, betont er. Obwohl auch die USA in den Postings erwähnt werden, richte sich die Stoßrichtung laut Rosen nahezu ausschließlich gegen Israel. Eine differenzierte Einordnung der Rolle des iranischen Regimes, seiner Unterstützung regionaler Milizen oder seiner offen artikulierten Feindschaft gegenüber Israel bleibe vollständig aus.
Antisemitische Kommentare im Netz – und politische Verantwortung
Besonders alarmierend ist, was sich laut exxpress.at im Kommentarbereich unter Metes Postings findet: neben zustimmenden Reaktionen auch offen antisemitische Zuschreibungen – darunter die pauschale Behauptung, Juden hätten eine „Vorliebe, Kinder zu töten.“ Solche Aussagen überschreiten klar die Grenze zur strafrechtlich relevanten Hetze.
Rosen betont, dass Mandatare zwar nicht für jeden einzelnen Kommentar verantwortlich seien. Wer jedoch komplexe Konflikte plakativ zuspitze, schaffe einen „Resonanzraum, in dem extreme Narrative leichter Anschluss finden.“ Besonders pikant ist dabei die politische Doppelmoral: Mete wirft laut Rosen regelmäßig der FPÖ vor, durch Zuspitzungen Stimmung zu machen. „Wer Sensibilität einfordert, muss sie selbst vorleben“, so der IKG-Präsident.
Wer ist Tarik Mete?
Tarik Mete ist seit 2019 Gemeinderat in der Stadt Salzburg und Sprecher für Verkehr, Kontrolle und Vielfalt. Wie Wikipedia festhält, gilt der promovierte Jurist mit türkischen Wurzeln als eine der ungewöhnlichsten Figuren der Salzburger Sozialdemokratie: Bei der Nationalratswahl 2019 erzielte er auf dem 134. Listenplatz mehr als 15.000 Vorzugsstimmen – bundesweit übertraf ihn nur Parteichefin Pamela Rendi-Wagner. Er gründete unter anderem die Global Shapers Community Hub Salzburg (eine Teilorganisation des World Economic Forum) und engagiert sich für Diversität und Integration.
Seine politische Positionierung im Nahost-Konflikt ist seither ein Dauerthema.
Reaktion der SPÖ: bisher ausständig
Eine offizielle Stellungnahme der Salzburger oder Bundes-SPÖ zu den Postings ihres Gemeinderats ist bisher nicht bekannt. Für die Partei, die kurz vor ihrem Bundesparteitag am 7. März steht und ohnehin in einem internen Tief steckt, kommt der Eklat zur denkbar ungünstigsten Zeit.
Quellen: exxpress.at, meinbezirk.at, IKG Salzburg (Presseaussendung), Wikipedia, SalzburgWiki (01.03.2026)
Credits: APA
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