Russland fokussiert auf Donezk: Frühlingsoffensive mit 20.000 Extra-Soldaten geplant

Russland fokussiert auf Donezk: Frühlingsoffensive mit 20.000 Extra-Soldaten geplant

Experten sehen eine neue russische Frühlingsoffensive in der Ukraine kommen – diesmal mit einem deutlich enger gefassten Kriegsziel. Moskau hat seine Ambitionen offenbar auf eine einzige Region reduziert: Donezk.

Ukrainischer Geheimdienstchef schlägt Alarm

Vadym Skibitskyi, Vizechef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, warnt gegenüber der britischen Zeitung Times vor einer bevorstehenden russischen Frühlingsoffensive. Wie oe24 berichtete, mobilisiere Russland derzeit rund 20.000 zusätzliche Soldaten für diese Operation. Die Soldaten nutzen das Ende des Winterschlamms und setzen laut dem Spiegel zunehmend auf Motorräder und Panzer für schnelle Vorstöße in ukrainisches Gebiet.

Putins Kriegsziele haben sich verändert

Seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 hat Moskau offiziell nie konkret benannt, welche ukrainischen Gebiete es dauerhaft beansprucht. Experten gingen bisher davon aus, dass Putin die vollständige Kontrolle über die Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson anstrebe. Wie der Spiegel nun berichtet, hat sich dieses Bild verändert. Kremlsprecher Dmitrij Peskow soll erklärt haben, dass die russische Armee noch „17 bis 18 Prozent der Volksrepublik Donezk“ zu erobern habe – danach würde der Kreml die Kriegshandlungen einstellen.

Kramatorsk und Slowjansk als nächste Ziele

Militärexperte Franz-Stefan Gady geht laut dem Spiegel davon aus, dass Russland versucht, die ukrainischen Städte Kramatorsk und Slowjansk einzukesseln. Kramatorsk soll dabei aus dem Süden, Slowjansk aus dem Norden angegriffen werden. Gustav Gressel vom Tagesspiegel teilt diese Einschätzung: Der sogenannte „Festungsgürtel“ rund um die beiden Städte im Donbass werde zur primären Zielscheibe der russischen Armee.

Schlechte Prognosen für russischen Erfolg

Trotz der neuen Offensive sind die Erfolgsaussichten laut Spiegel begrenzt. Den russischen Streitkräften fehlt es an Panzern und schlagkräftiger Infanterie. Besonders problematisch: Die Ukraine hat ihre Drohnenkriegsführung massiv ausgebaut, und Russland verfügt nach wie vor nicht über die nötige Technologie, um diese effektiv zu bekämpfen. Zudem leidet laut oe24 die russische Kommunikation, seitdem Moskau die Dienste Starlink und Telegram im eigenen Land gesperrt hat.

Skibitskyi geht davon aus, dass Russland den Donbass bis September vollständig unter Kontrolle bringen will. Militärexperte Gady ist skeptischer: Er hält das frühestens im Spätsommer für möglich – oder erst im nächsten Jahr.

Credits: APA

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