Die SPÖ schlittert immer tiefer in die Krise, und jetzt platzt einer verdienten Politikerin der Kragen. Doris Bures, eine der bekanntesten Stimmen der Partei, teilt öffentlich aus und gibt vor allem ihren männlichen Kollegen die Schuld am desaströsen Zustand der Sozialdemokraten. Die Partei liegt in Umfragen bei historisch schlechten 17 bis 19 Prozent, während die FPÖ fast doppelt so hohe Werte erreicht.
„Es sind immer Männer, die sich zu Wort melden“
Angesichts dieser dramatischen Zahlen findet Bures deutliche Worte. „Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen – und das tun wir auch nicht“, stellt sie klar. Besonders pikant ist ihre Kritik an den parteiinternen Grabenkämpfen, die sie vor allem bei den Männern verortet. Wie der Kurier berichtet, erklärte sie unmissverständlich: „Es ist schon interessant: Es sind immer Männer, die sich öffentlich zu Wort melden.“
Dieser Frontalangriff ist ein klarer Seitenhieb auf die persönlichen Eitelkeiten und öffentlichen Streitigkeiten, die das Bild der SPÖ seit Monaten prägen. Bures fordert stattdessen mehr Ernsthaftigkeit und Geschlossenheit von ihren männlichen Parteifreunden, um die Partei wieder auf Kurs zu bringen.
Wachsender Druck auf Parteichef Babler
Mit diesen Aussagen erhöht sich auch der Druck auf Parteichef Andreas Babler. Zwar steht er beim kommenden Bundesparteitag im März ohne Gegenkandidaten da, doch die Kritik an seinem Kurs wird lauter. Bures mahnt zur Vorsicht bei wirtschaftspolitischen Forderungen, die, wie oe24.at berichtet, aktuell „nicht finanzierbar“ seien. Stattdessen solle sich die Partei auf ihre Problemlösungskompetenz konzentrieren und weniger auf die persönliche Inszenierung einzelner Akteure.
Die Botschaft ist klar: Die SPÖ braucht dringend einen gemeinsamen Plan und Stabilität, um das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen. Ob die roten Männer auf den Weckruf von Doris Bures hören, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Quellen: Kurier, oe24.at
Credits: APA
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