In der sonst so zerstritten wirkenden SPÖ sorgt eine Aussage für Aufsehen. Der neue starke Mann der SPÖ Oberösterreich, Martin Winkler, bricht eine Lanze für den burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. In einem Interview mit der Tageszeitung „Die Presse“ adelt der Millionär und Wirtschaftsmanager den oft als parteiinternen Rivalen von Andreas Babler wahrgenommenen Doskozil und bezeichnet ihn als Vorbild. Ein unerwartetes Lob, das die politische Landschaft aufhorchen lässt.
Vorbild in Sachen Mut und Energie
Winkler, der als Hoffnungsträger angetreten ist, um die oberösterreichischen Roten aus ihrem Tief von nur 18,6 Prozent zu führen, spart nicht mit Anerkennung. Auf die Frage, ob Hans Peter Doskozil für ihn ein Vorbild sei, antwortet Winkler unmissverständlich: „Er ist ein Vorbild beim Thema Mut, als öffentliche Hand Geld in diese Infrastruktur zu stecken.“ Gemeint ist der Ausbau von erneuerbaren Energien. Hier sieht der neue SPÖ-Chef das Burgenland als leuchtendes Beispiel.
Wie „Die Presse“ berichtet, kritisiert Winkler die zögerliche Haltung in seinem eigenen Bundesland scharf. „Wir in Oberösterreich, wir trödeln herum. Das ist kein Zustand.“ Er findet es peinlich, dass Projektwerber für Windparks zu ihm kommen, obwohl die ÖVP den Wirtschaftslandesrat stellt. Seine Bewunderung für Doskozils Tatkraft ist kaum zu überhören.
Ein Mann der Wirtschaft für die Arbeiterpartei
Martin Winkler ist kein typischer Sozialdemokrat. Als erfolgreicher Unternehmer und Millionär, der sich selbst als „Mann der Wirtschaft“ bezeichnet, bringt er eine neue Facette in die Partei. Der „Standard“ beschrieb ihn bei seiner Vorstellung als „Heimkehrer“, der betont, dass er sich alles hart erarbeitet habe. Genau dieser wirtschaftliche Hintergrund scheint seine Bewunderung für Doskozils pragmatischen Ansatz zu speisen. Winkler, der laut eigenen Angaben früher selbst für das Land Burgenland tätig war, um Millionen für PV- und Windkraftanlagen zu mobilisieren, will dieses Erfolgsmodell nun kopieren.
Signal an die Bundespartei?
Obwohl Winkler im Interview diplomatisch bleibt und betont, er könne sowohl mit Doskozil als auch mit Bundesparteichef Andreas Babler gut, ist seine klare Positionierung bemerkenswert. Während die Bundes-SPÖ oft mit internen Grabenkämpfen beschäftigt scheint, sendet der neue Landeschef aus Oberösterreich ein Signal der pragmatischen Bewunderung in Richtung Burgenland. Er lässt die Vergangenheit ruhen und blickt nach vorn – mit einem klaren Vorbild vor Augen.
Credits: APA
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