Riesiger Öl-Tanker vor dem Iran in Flammen – wird unser Sprit noch teurer?

Riesiger Öl-Tanker vor dem Iran in Flammen – wird unser Sprit noch teurer?

Der Mega-Tanker Adalynn steht in der Straße von Hormuz im Persischen Golf in Flammen: Nach einer Kollision mit einem weiteren Tanker hat die Küstenwache der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) am Dienstag 24 Menschen von einem havarierten Öltanker gerettet. Macht diese Schiffskatastrophe mit dem Krieg in Nahost unseren Diesel und Benzin noch teurer?

In den Zusammenstoß im Persischen Golf ist der unter ausländischer Flagge fahrende Öltanker Adalynn, der sich auf dem Weg durch das Arabische Meer in Richtung Suezkanal befand, als es zur Kollision kam. Satellitendaten des US-Raumfahrtzentrums NASA FIRMS zeigten in den frühen Morgenstunden thermische Auffälligkeiten in dem betroffenen Seegebiet, etwa 24 Seemeilen vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate.

Keine Hinweise auf einen Angriff

Die britische Sicherheitsfirma Ambrey erklärte, dass der Vorfall offenbar nicht sicherheitsrelevant sei. Das Unglück ereignete sich jedoch in einem höchst angespannten geopolitischen Umfeld: Die Straße von Hormuz gilt als einer der wichtigsten Seehandelskorridore der Welt – 20 Millionen Barrel Rohöl passieren sie täglich, was etwa einem Fünftel des weltweiten Ölhandels entspricht.

Seit dem Beginn der israelischen Luftschläge gegen den Iran ab dem 13. Juni wächst die Sorge, dass die Islamische Republik als Reaktion den Schiffsverkehr durch die Meerenge behindern oder gar blockieren könnte. Die Straße trennt den Iran von Oman und grenzt direkt an die Vereinigten Arabischen Emirate.

Zunehmende Nervosität unter Reedereien

In den letzten Tagen wurde von zahlreichen Navigationsstörungen im Schiffsverkehr der Region berichtet. Viele Schiffe mussten auf Radarortung umstellen, da GPS-Signale unzuverlässig wurden. Ob diese Störungen in Zusammenhang mit der Kollision vom Dienstag stehen, ist derzeit unklar.

Laut einem Bericht der Financial Times hat die norwegische Reederei Frontline, der weltweit größte börsennotierte Betreiber von Öltankern, angekündigt, keine neuen Verträge für Fahrten durch die Straße von Hormuz mehr anzunehmen. Die Sicherheitslage in der Region habe sich in den letzten Tagen drastisch verschärft, hieß es zur Begründung.

Ölpreise steigen weiter

Die Entwicklungen schlagen sich auch an den Märkten nieder: Die Ölpreise sind weiter im Aufwind, während die US-Börsen am Dienstagmorgen schwächer tendierten. Auslöser waren auch neue Drohgebärden Israels, das nach eigenen Angaben die Bewohner der iranischen Hauptstadt Teheran zur Evakuierung aufgerufen hat – ein weiterer Beleg für die Eskalation des Konflikts.

Der aktuelle Vorfall ist bereits die zweite Rettungsaktion im Golf von Oman innerhalb weniger Wochen. Erst kürzlich hatten die Rettungskräfte der VAE einen verletzten Seemann per Luftrettung von einem Öltanker in ein Krankenhaus gebracht.

Credits: Küstenwache der VAE

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