Es ist ein Poker um Milliarden, ein Ringen um jeden Euro für Österreichs Pensionisten. Heute, am Donnerstag, erreicht das Drama um die Pensionserhöhung seinen vorläufigen Höhepunkt.
Gipfeltreffen mit Zündstoff: 2,7 % oder fauler Kompromiss?
Die Ausgangslage ist klar wie Kloßbrühe: Laut Gesetz steht den rund 2,5 Millionen Pensionisten in Österreich für das Jahr 2026 eine Anpassung ihrer Bezüge um 2,7 Prozent zu. Das ist der offizielle Wert, der sich aus der Teuerungsrate der letzten Monate ergibt. Doch die Regierung, allen voran Kanzler Christian Stocker, drückt auf die Bremse. Wie das Portal oe24.at berichtet, klafft ein Loch im Budget 2026, und eine volle Pensionsanpassung würde den Staat fast zwei Milliarden Euro kosten. Stockers Zielvorgabe lautet daher: maximal 2 Prozent. Eine „Sparvariante“, die dem Finanzminister rund 400 Millionen Euro ersparen würde.
Die eisernen Ladies der Pensionisten
Doch da haben Kanzler und Sozialministerin Korinna Schumann die Rechnung ohne die beiden mächtigsten Frauen im Pensionistenlager gemacht. Birgit Gerstorfer, Präsidentin des SPÖ-nahen Pensionistenverbands, und Ingrid Korosec vom ÖVP-Seniorenbund zeigen sich bisher unnachgiebig. In einer gemeinsamen Aussendung auf ots.at machten sie bereits im August klar, dass sie die volle Anpassung von 2,7 Prozent erwarten. Ihr Argument ist bestechend einfach: Die Pensionisten haben ihren Beitrag bereits geleistet, unter anderem durch eine Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge seit Juni. „Eine weitere Reduktion der Pension kann unter diesen Umständen nicht hingenommen werden“, ließ Gerstorfer damals unmissverständlich verlauten.
Schumanns Lockvogel: Die soziale Staffelung
Nachdem die Fronten verhärtet schienen, zauberte Sozialministerin Schumann einen Kompromissvorschlag aus dem Hut: eine soziale Staffelung. Die Idee, über die auch oe24.at berichtet, klingt auf den ersten Blick fair: Kleine Pensionen sollen die volle Erhöhung von 2,7 Prozent bekommen, während mittlere und höhere Bezüge geringer oder gar nicht angepasst werden. Damit will die Ministerin die beiden Pensionisten-Chefinnen locken. Schon bei früheren Verhandlungen, etwa um die Rezeptgebühren, zeigten sich die Damen für solche Tauschgeschäfte empfänglich.
Der heutige Gipfel wird zeigen, ob die „eisernen Ladies“ standhaft bleiben oder dem Druck der Regierung nachgeben. Für viele Pensionisten geht es um mehr als nur um Prozente – es geht um die Anerkennung ihrer Lebensleistung und darum, wie sie in Zeiten steigender Kosten über die Runden kommen. Wie die Pensionsversicherungsanstalt auf ihrer Webseite pv.at bereits für die Anpassung 2025 informierte, wird jede Erhöhung dringend gebraucht, um die steigenden Lebenshaltungskosten abzufedern. Der Ausgang des Renten-Pokers bleibt spannend.
Quelle: oe24.at
Credits: APA
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