René Benko vor Gericht: Glanz, Gläubiger und Zeugenaussagen

René Benko vor Gericht: Glanz, Gläubiger und Zeugenaussagen

Der Vorhang hebt sich für das Justiz-Drama um den gefallenen Immobilien-Tycoon René Benko. Am Landesgericht Innsbruck startet der Prozess, in dem sich Benko dem schweren Vorwurf der betrügerischen Krida stellen muss. Während der einst gefeierte Unternehmer auf „nicht schuldig“ plädierte, zeichnet die Anklage das düstere Bild eines Mannes, der sein Vermögen vor den Gläubigern verstecken wollte.

Die Villa der Zwietracht

Im Zentrum des Verfahrens steht eine prunkvolle Villa auf der Innsbrucker Hungerburg. Laut der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) soll Benko eine Miet- und Betriebskostenvorauszahlung in Höhe von 360.000 Euro für vier Jahre geleistet haben – und das für ein angeblich „unbewohnbares Haus“. Die Staatsanwaltschaft sieht darin einen gezielten Versuch, das Geld dem Zugriff der Gläubiger zu entziehen.

Doch Masseverwalter Andreas Grabenweger, der die Immobilie im Sommer 2024 gemeinsam mit Benko besichtigte, schilderte vor Gericht eine andere Szene. Er bezeugte, das damals unbewohnte Haus sei innen in einem „guten, ich würde sagen noblen Zustand“ gewesen. Grabenweger fordert die Vorauszahlung nun zurück und erklärte, dass nach einer gescheiterten außergerichtlichen Einigung die Gerichte entscheiden müssen. Aus seiner Sicht sei der Anspruch eine „eindeutige Sache“, über die „kein Zweifel“ bestehe.

Widersprüchliche Zeugenaussagen

Im weiteren Verlauf des Prozesses werden auch ehemalige Signa-Manager als Zeugen erwartet. Brisant: Benkos Mutter, Schwester und Ehefrau waren ebenfalls geladen, machten aber, wie oe24.at berichtet, von ihrem Recht Gebrauch, nicht gegen einen Angehörigen auszusagen. Während die engsten Familienmitglieder schweigen, blicken nun alle auf die verbleibenden Zeugen, die das komplexe Finanzgeflecht von Benko entwirren sollen. Ein Urteil könnte schon bald fallen und damit ein weiteres Kapitel im spektakulären Fall des Signa-Gründers schließen.

Die Frage nach der Bewohnbarkeit der Villa führte zu widersprüchlichen Aussagen. Ein von der Verteidigung geladener Bautechniker erklärte, die Villa sei sehr wohl „bewohnbar“ gewesen, wenn auch „etwas abgewohnt“. Er sprach nur von einem „kleineren Wasserschaden“ sowie einer anstehenden Hangsanierung, die jedoch nie durchgeführt wurde. Seiner Aussage nach war das Haus ab Weihnachten 2023 bezugsfertig. Auf die Nachfrage des Oberstaatsanwaltes, ob man während der Arbeiten gerne darin wohnen wolle, räumte er ein: „Vermutlich nicht. Da ist es schon laut.“ Benko und seine Familie zogen erst Ende 2024 in das Haus ein.

Quelle: oe24.at
Credits: APA

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