Während in der ÖVP über einen möglichen Koalitionsausstieg spekuliert wird, bereitet sich laut Medienberichten ein neuer Mitspieler vor: Remus-Eigentümer Stephan Zöchling soll ein Antreten mit einer eigenen Liste prüfen. Bestätigt hat er das nicht – Neuwahlen fordert er aber offen.
„Liste Zöchling“ in Vorbereitung?
Laut oe24-Informationen bereitet sich der steirische Unternehmer mit seiner Plattform „Zusammen stärker“ auf eine mögliche Neuwahl vor und überlegt, mit einer „Liste Zöchling“ anzutreten. Er soll bereits mit mehreren Industriellen über eine Finanzierung gesprochen haben. Als Parteistratege soll laut oe24 Philip Ita an Bord sein, ein langjähriger ÖVP-Vertrauter, der unter anderem Kabinettschef bei den früheren ÖVP-Innenministern Ernst Strasser und Liese Prokop war. Die Zeitung nennt zudem mehrere bekannte Unternehmer und Persönlichkeiten als Vertraute Zöchlings. Ob sie ein Antreten unterstützen würden, ist nicht belegt.
Schon jetzt aktiv in sozialen Medien
Öffentlich sichtbar ist Zöchling bereits mit „Zusammen stärker“. Die Plattform hat in sozialen Medien laut oe24 mehr als 25.000 Follower und produziert einen wöchentlichen Podcast. Unterstützt wird sie dabei vom „Campaigning Bureau“, das einst die Wahlkämpfe von Sebastian Kurz gestaltete. Die Kosten trägt Zöchling nach eigenen Angaben großteils selbst.
„Weg für Neuwahlen freimachen“
Ein Antreten wollte Zöchling gegenüber oe24 nicht bestätigen. Bei der Forderung nach Neuwahlen ist er dagegen deutlich: „Diese Farce, die sich in dieser Regierung und insbesondere in der SPÖ abspielt, ist den Österreicherinnen und Österreichern nicht mehr zumutbar! Neuwahlen sind die einzige Chance für Österreich und die Zukunft dieses Landes.“ Und an die Adresse des Kanzlers: „Wenn Herr Bundeskanzler Stocker die durch die SPÖ verursachte Blockade beenden möchte, muss er den Weg für Neuwahlen freimachen!“
Ein Dilemma für die ÖVP
Für die Volkspartei käme eine solche Liste zur Unzeit. Eine wirtschaftsnahe Kandidatur würde vor allem im Wählerreservoir von ÖVP und NEOS fischen. „Eine wirtschaftsnahe Liste, die bei ÖVP und NEOS fischt, wäre sehr unangenehm“, zitiert oe24 einen ÖVP-Insider. Zugleich könnte gerade das Kräfte in der ÖVP stärken, die laut Berichten ohnehin über einen raschen Koalitionsausstieg nachdenken: „Bei schnellen Neuwahlen würden wir Zöchling aber wohl am falschen Fuß erwischen.“ Ob es überhaupt zu einer Neuwahl kommt, ist offen. Kanzler Christian Stocker hat zuletzt betont, für Stabilität sorgen zu wollen.
Credits: Screenshot / FB-Seite Zusammenstaerker
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