Rekorddürre als Weckruf: SPÖ fordert Wasserentnahmeregister und klaren Privatisierungsschutz

Rekorddürre als Weckruf: SPÖ fordert Wasserentnahmeregister und klaren Privatisierungsschutz

Der trockenste Frühling seit Messbeginn setzt Österreich unter Druck — und die SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr unter Zugzwang. Sie fordert von ÖVP-Klimaminister Norbert Totschnig rasche Maßnahmen zur Absicherung der Wasserversorgung.

Rekordtrockenheit als politischer Katalysator

Die Datenlage ist eindeutig. Wie orf.at auf Basis von GeoSphere-Austria-Auswertungen berichtet, zählt der April 2026 zu den fünf trockensten seit Aufzeichnungsbeginn. Noch gravierender: Die Kombination aus März und April war österreichweit überhaupt der trockenste Frühjahresabschnitt der Messgeschichte — in sechs der letzten sieben Monate fiel zu wenig Niederschlag. Laut UBIMET liegt das Niederschlagsdefizit im Frühling 2026 österreichweit bei rund 60 Prozent, in Kärnten und der Steiermark regional sogar bei bis zu 80 bis 90 Prozent. In Städten wie Villach und Klagenfurt wurde seit Messbeginn kein trockenerer Frühling verzeichnet. Die Konsequenzen sind laut orf.at rekordniedrige Grundwasserpegel, erhöhte Waldbrandgefahr und drohende Dürreschäden in der Landwirtschaft.

Herr verlangt Transparenz beim Wasserverbrauch

Vor diesem Hintergrund drängt SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr laut oe24 Klimaminister Norbert Totschnig auf eine rasche Umsetzung der im Koalitionsprogramm vorgesehenen Maßnahmen. Konkret fordert sie den Ausbau kostenloser Trinkwasserangebote sowie die Einführung eines zentralen Wasserentnahmeregisters. „Wir wollen wissen, in welchen Regionen wie viel Wasser wofür verbraucht wird“, so Herr. Das Register soll große Verbraucher und sogenannte „Globalposten“ erfassen, aber keine Privathaushalte. Im Krisenfall könnte man damit Versorgungsengpässe besser steuern und Prioritäten setzen.

Darüber hinaus brauche es laut Herr einen gesetzlich abgesicherten Vorrang der Trinkwasserversorgung bei Nutzungskonflikten sowie ein klares Bekenntnis zu Wasser als öffentlichem Gut. „Wir sind gegen jede Privatisierung von Wasser“, betonte die SPÖ-Abgeordnete. Auch der Trinkwassersicherungsplan müsse weiterentwickelt werden.

Klimagesetz weiter ausständig

Die aktuelle Dürre nutzt Herr auch als Argument für ein rasch zu beschließendes Klimagesetz, das in Österreich nach wie vor fehlt. Die Trockenheit führe „wieder einmal vor Augen, wie abhängig wir von einem gesunden Klima und einer intakten Umwelt sind“, so Herr laut oe24. Sie pocht auf eine rasche Umsetzung aller im Regierungsprogramm festgehaltenen Klimamaßnahmen.

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
Inline-Rückmeldungen
Alle Kommentare anzeigen
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x