Tag der Arbeit, bittere Botschaft: Nur jeder Dritte sieht SPÖ noch als Arbeiterpartei

Tag der Arbeit, bittere Botschaft: Nur jeder Dritte sieht SPÖ noch als Arbeiterpartei

Ausgerechnet zum 1. Mai zeigt eine neue Umfrage, wie weit die SPÖ von ihrer historischen Rolle entfernt ist. 57 Prozent der Österreicher sehen die Partei nicht mehr als Vertreterin der Werktätigen.

Die Kernzahl: 33 zu 57 Prozent

Im Auftrag von heute.at befragte das Meinungsforschungsinstitut Unique Research zwischen 27. und 29. April 500 Österreicher ab 16 Jahren (online, maximale Schwankungsbreite ±4,4 Prozent). Das Ergebnis ist eindeutig: Wie heute.at berichtete, halten nur mehr 33 Prozent die SPÖ für die Vertreterin der Anliegen der Arbeiter. 57 Prozent sind anderer Meinung – 30 Prozent davon sogar kategorisch: Sie sagen, die SPÖ vertrete die Werktätigen „ganz sicher nicht“ mehr.

Selbst Rote zweifeln – und Pensionisten sind verloren

Besonders heikel: Wie heute.at berichtete, sind sogar 18 Prozent der SPÖ-eigenen Wähler der Meinung, die Partei vertrete Werktätige „eher nicht“ mehr. Bei Befragten ab 60 Jahren – einst eine treue Kerngruppe – halten 68 Prozent die SPÖ nicht mehr für die Partei des kleinen Mannes. Bei den Werktätigen im Haupterwerbsalter zwischen 30 und 59 Jahren glauben nur 32 Prozent noch daran, 57 Prozent nicht.

Bei FPÖ-Wählern ist das Bild vernichtend: 84 Prozent sehen die SPÖ nicht mehr als Arbeitervertreterin, 63 Prozent sogar „ganz sicher nicht“. Einigermaßen positiv zeigen sich noch Grünen-Sympathisanten mit 62 Prozent Zustimmung. Bei NEOS-Anhängern ist es fast ausgeglichen: 47 zu 42 Prozent.

Experte Hajek: „Strukturkonservativer Wahlverein“

Meinungsforscher Peter Hajek von Unique Research liefert laut heute.at eine klare Diagnose: „Die SPÖ hält seit geraumer Zeit bei der Sonntagsfrage unter der 20-Prozent-Marke. Nur mehr ein Drittel der Bevölkerung sieht in der SPÖ die Vertretung der Werktätigen.“ Die Ursache sieht er im gesellschaftlichen Wandel: „Die Gesellschaft hat sich von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft gewandelt. Damit kam der SPÖ ihre klassische Zielgruppe der Arbeiter abhanden. Der verbliebene Rest wanderte zur FPÖ, die gut gebildeten Jüngeren zu den Grünen oder NEOS.“

Sein Fazit laut heute.at ist schonungslos: „Die Sozialdemokratie hat das Problem, dass sie sich hauptsächlich über ihre sehr erfolgreiche Vergangenheit definiert. So wurde eine ehemals moderne und zukunftsorientierte Partei zu einem strukturkonservativen Wahlverein.“

Credits: APA

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