Wien gegen Linz, Rathausplatz gegen Bierzelt — der diesjährige Tag der Arbeit wurde zum politischen Schlagabtausch zwischen Babler und Kickl.
Zwei Bühnen, ein gemeinsamer Feind
Während die SPÖ in Wien Tausende Anhänger zum traditionellen Maiaufmarsch am Rathausplatz versammelte, traf sich die FPÖ am Urfahraner Jahrmarkt in Linz zum Bierzeltauftritt. Beide Veranstaltungen liefen zeitgleich — und beide Parteichefs nutzten ihre Reden für Frontalangriffe auf den jeweils anderen.
FPÖ-Chef Herbert Kickl legte laut oe24 gleich zu Beginn seiner Rede in Linz los: Der Rathausplatz in Wien sei „in der Mitte leer“, nur die „Randgruppen“ der SPÖ seien dort vertreten. Die Genossen am Rathausplatz stünden „alle etwas gebückt“, weil sie die „Hosen voll haben“. Die Regierung bezeichnete er als „Fundamentalopposition gegen die eigene Bevölkerung“ — hätte sie einen „Funken Anstand“, würde sie den Weg für Neuwahlen freimachen.
SPÖ-Chef und Vizekanzler Andreas Babler konterte vom Rathausplatz aus: Kickl und seine Leute seien die größten Bewunderer von US-Präsident Donald Trump und stünden auf der Seite der Autokraten. Seine Kernbotschaft, mit der er laut nachrichten.at unter großem Applaus das Publikum aufheizte: „Wir brauchen keinen Trump auf Österreichisch.“ Kickl solle sich hinstellen und erklären, warum die Spritpreise steigen und die Lebensmittel im Herbst teurer werden.
Budget: „Schande“ vs. „Wir haben gerungen“
Auch das Doppelbudget 2027/28 stand bei beiden Auftritten auf der Tagesordnung — mit entgegengesetzten Bewertungen. Kickl bezeichnete die Grundsatzeinigung laut oe24 schlicht als „Schande“. Babler verteidigte das Sparpaket, räumte aber offen ein, dass nicht alle Maßnahmen „zwingend sozialdemokratisch“ seien. Sein Argument: „Ihr habt gesehen, wie sehr wir gerungen haben.“
Kickl will „Airbert One“ — und den ORF zusperren
In Linz ließ Kickl mit einer Reihe plakativer Forderungen aufhorchen. Für Abschiebungen kündigte er einen eigenen Abschiebejet an — die „Airbert One“ — und erntete dafür Jubel aus dem Publikum. Den ORF will er zusperren und neu aufstellen, sprach von „triebgesteuerten Lustmolchen“, „Koksnasen“ und Netzwerken, die sich gegenseitig die Geschäfte zuschanzen. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig zog auf dem Rathausplatz eine klare rote Linie: „Mit so einer FPÖ werden wir nie eine Koalition machen.“
Haimbuchner kündigt Blaufärbung Oberösterreichs an
Eröffnet wurde der Linzer FPÖ-Abend von Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner, der die anwesenden Blauen bereits auf die oberösterreichischen Landtagswahlen 2027 einschwor. Er versprach einen „ordentlichen Tuscher“ — und deutete an, das ÖVP-Kernland erstmals auf Blau umzufärben.
Credits: APA
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