Rekord-Großfamilie in Wien: 12 Kinder leben von Sozialhilfe

Rekord-Großfamilie in Wien: 12 Kinder leben von Sozialhilfe

In Wien sorgt eine Großfamilie für Schlagzeilen: Zum ersten Mal bezieht eine Familie mit 12 Kindern Sozialhilfe. Wie die „Krone“ berichtet, ist dies Teil eines Trends, der die Sozialhilfe in Österreich vor neue Herausforderungen stellt. Während die Zahl der kleineren Familien in der Mindestsicherung sinkt, steigt die Anzahl der Großfamilien rapide an. Die Top-11-Familien in Wien kommen mittlerweile auf insgesamt 117 Kinder – ein neuer Höchststand.

Die Kosten explodieren

Die finanziellen Belastungen für den Staat sind enorm. Laut „Krone“ erhält ein minderjähriges Kind monatlich 326,44 Euro an Mindestsicherung. Hinzu kommen Familienbeihilfen, die je nach Alter des Kindes zwischen 138,40 Euro und 200,40 Euro liegen. Für Familien mit vielen Kindern gibt es zudem eine Geschwisterstaffelung, die den Betrag pro Kind weiter erhöht. Allein die Schulstartgelder im August belaufen sich auf 121,40 Euro pro Kind. Diese Summen übersteigen oft das Einkommen vieler arbeitender Menschen.

Warum Großfamilien schwer vermittelbar sind

Ein weiteres Problem: Eltern mit vielen Kindern sind laut Experten schwerer in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Während die Zahl der Mindestsicherungsbezieher insgesamt sinkt – von 138.665 auf 135.783 Personen innerhalb eines Jahres – steigt die Zahl der Großfamilien in der Sozialhilfe. Familien mit bis zu vier Kindern können oft leichter in den Arbeitsprozess integriert werden, während Großfamilien mit einem Dutzend Nachkommen vor größeren Hürden stehen.

Reformen lassen auf sich warten

Trotz der steigenden Kosten und der wachsenden Zahl an Großfamilien plant die Bundesregierung keine schnellen Maßnahmen. Wie die „Krone“ berichtet, soll eine bundeseinheitliche Sozialhilfe erst bis 2027 umgesetzt werden. Während die ÖVP einen Deckel für Mehrkindfamilien fordert, zeigt sich die SPÖ skeptisch. Ob und wie viel Einsparungen durch eine Reform tatsächlich erzielt werden können, bleibt fraglich.

Einsparungen in Wien

Auch die Stadt Wien hat bereits Maßnahmen angekündigt, um die Kosten zu senken. So sollen künftig 25 % der Mindestsicherung von Kindern für Wohnkosten angerechnet werden. Bedarfsgemeinschaften, wie etwa Wohngemeinschaften, sollen zudem als gemeinsame Haushalte betrachtet werden, wodurch die Mindestsicherung pro Person reduziert wird.

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