Vergiftete Babynahrung, ein flüchtiges Glas und vier Länder im Ermittlungsfieber – Sozial- und Gesundheitsministerin Korinna Schumann meldet sich mit klaren Verhaltensempfehlungen zu Wort.
Mindestens ein weiteres Glas noch im Umlauf
Wie Die Presse unter Berufung auf Polizeisprecher Helmut Marban berichtet, gehen die Behörden davon aus, dass neben dem bereits sichergestellten Glas der Sorte Karotte-Kartoffelbrei aus Schützen am Gebirge im Burgenland zumindest ein zweites kontaminiertes Behältnis noch nicht gefunden wurde. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt hat Ermittlungen wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung aufgenommen, wie Behördensprecherin Petra Bauer laut Die Presse mitteilte. Eine genaue toxikologische Untersuchung des sichergestellten Glases wurde angeordnet. Ob ein Erpresserschreiben vorliegt, ist bislang nicht bestätigt.

Schumanns Appell: Auf Ploppverschluss und Geruch achten
Wie Die Presse berichtet, meldete sich Sozial- und Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) am Montag im Ö1-Morgenjournal zu Wort und rief zu „besonderer Vorsicht bis alles geklärt ist“ auf. Schumann betonte, dass nicht nur Säuglinge gefährdet seien – auch Menschen mit Beeinträchtigungen würden derartige Gläser konsumieren. Konkret empfiehlt die Ministerin laut Die Presse: Gläser genau ansehen, den Ploppverschluss prüfen und auf den Geruch achten. Bei Unsicherheiten solle man nicht zögern und entweder den Notruf 144 oder die Vergiftungsinformationszentrale unter 01-406 43 43 kontaktieren.
Spar zieht gesamtes Sortiment zurück
Wie Die Presse berichtet, hat die Supermarktkette Spar – bei der das verunreinigte Glas gekauft worden war – sämtliche Artikel der Sorte „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ österreichweit aus den Regalen genommen. Ermittelt wird derzeit in vier Ländern: Österreich, Tschechien, der Slowakei und Bayern. HiPP sprach von einem „externen kriminellen Eingriff“.
Schumann: Social Media beeinflusst Essverhalten von Kindern „ganz enorm“
Der Presse-Bericht enthält auch einen zweiten Schwerpunkt aus Schumanns Ö1-Interview. Wie Die Presse berichtet, äußerte die Ministerin Besorgnis über sogenannte Kidfluencer, die in sozialen Netzwerken überwiegend ungesunde Lebensmittel präsentieren – Produkte, die laut WHO-Richtlinien gar nicht an Kinder vermarktet werden sollten. Schumann: „Wir wissen, dass Essensentscheidungen längst nicht mehr am Familientisch getroffen werden, sondern der Einfluss von Social Media bei Kindern und Jugendlichen ganz enorm ist.“
Die Bundesregierung will laut Die Presse über den Gesundheitsreformfonds entsprechende Ernährungsbildung in Schulen etablieren – mit 80 Millionen Euro pro Jahr und einem Schwerpunkt auf Jugend- und Kindergesundheit.
Credits: APA
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