Ein Vorstoß, der polarisiert: Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) fordert eine Abstimmung über die deutsche Flagge und die Nationalhymne. Doch was steckt hinter dieser Idee?
Schwarz-Rot-Gold: Ein Symbol, das spaltet?
Bodo Ramelow, aktuell Bundestagsvizepräsident, sorgt mit seiner Forderung für Aufsehen. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ erklärte er, dass viele Ostdeutsche sich mit der deutschen Flagge nicht identifizieren könnten. „Ich weiß, dass Schwarz-Rot-Gold die Absage an totalitäre Strukturen ist. Viele fremdeln aber auch mit der Nationalfahne“, sagte Ramelow laut der „Bild“-Berichterstattung.
Sein Vorschlag: Eine Volksabstimmung über die Zukunft der deutschen Symbole. Ramelow betonte, dass er die Diskussion für notwendig halte, um die Identifikation aller Bürger mit den Nationalsymbolen zu stärken.
Brechts Kinderhymne als Alternative?
Doch damit nicht genug: Ramelow möchte auch die Nationalhymne zur Diskussion stellen. Statt des bekannten „Liedes der Deutschen“ schlägt er die „Kinderhymne“ von Bertolt Brecht vor. Diese habe, so Ramelow, einen „wunderbaren Text“, der die Möglichkeit biete, eine gesamtdeutsche Hymne zu schaffen. „Über die Passage, dass ein besseres Deutschland blühe, könnten wir Zugang zu einer Hymne finden, die wir alle zusammen mit Freude singen könnten“, erklärte er laut der „Rheinischen Post“, zitiert von der „Bild“.
Die „Kinderhymne“, 1950 von Hanns Eisler vertont, enthält Zeilen wie:
„Dass ein gutes Deutschland blühe, wie ein andres gutes Land.“
Für Ramelow ein Symbol für Einheit und Hoffnung.
CSU: „Absurder Vorschlag!“
Die Reaktionen auf Ramelows Vorstoß ließen nicht lange auf sich warten. CSU-Generalsekretär Martin Huber bezeichnete die Idee als „absurd“ und forderte Ramelow indirekt zum Rücktritt auf. „Die Linke kann mit Deutschland nichts anfangen. Wer Deutschlands Nationalsymbole austauschen will, ist als Bundestagsvizepräsident ungeeignet“, sagte Huber gegenüber der „Bild“.
Huber betonte weiter:
„Flagge und Hymne sind Ausdruck unserer Geschichte, sie stehen für Einigkeit, Recht und Freiheit, sie sind Zeichen unserer Demokratie.“
Ein neuer Verfassungsvorschlag?
Ramelow geht noch weiter: Er möchte die Abstimmung über Flagge und Hymne mit Artikel 146 des Grundgesetzes verknüpfen. Dieser besagt, dass das Grundgesetz seine Gültigkeit verliert, sobald eine neue Verfassung in Kraft tritt, die vom deutschen Volk beschlossen wurde. „Ich würde das alles mit Artikel 146 zur Abstimmung stellen wollen“, erklärte Ramelow laut der „Rheinischen Post“, wie die „Bild“ berichtet.
Credits: APA
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