Seit dem 9. März wurde Wladimir Putin nicht mehr persönlich in seinem Regierungssitz in Moskau gesehen. Er hält Termine nur noch per Videoschalte ab. Berichte unabhängiger russischer Medien deuten auf massive Sicherheitsbedenken hin — doch verifizierbar sind die Hintergründe von außen nicht.
Abtauchen per Videoschalte — ungewöhnlich lang
Wie oe24 berichtet, nimmt der 73-jährige russische Präsident seit dem 9. März seine Termine ausschließlich per Videokonferenz wahr. Eine persönliche Präsenz im Kreml blieb seither aus. Das ist laut oe24 ungewöhnlich: Im Jänner hatte Putin maximal sechs Tage am Stück gefehlt. Zehn Tage oder mehr stellen damit eine auffällige Abweichung vom bisherigen Muster dar.
Bereits am 8. März war ein Videoclip aufgetaucht, der Putin hustend und sich räuspernd bei einer Gratulationsbotschaft zum Frauentag zeigte, wie 20 Minuten berichtet. Der ungeschnittene Clip wurde vom Kreml schnell gelöscht und durch eine bearbeitete Version ersetzt — was in russischen Telegramkanälen breite Aufmerksamkeit erzeugte.
Teheran als Warnung: Die Kamera als Waffe
Wie oe24 unter Berufung auf das unabhängige russische Medium Agenstvo berichtet, sei die Nervosität im Kreml-Umfeld groß. Der russische Oppositionspolitiker Dmitry Gudkov soll berichten, dass Beamte alarmiert seien. Konkreter Auslöser: In Teheran sollen israelische Hacker Verkehrskameras geknackt haben, um den Aufenthaltsort von Irans geistlichem Oberhaupt Ali Chamenei zu lokalisieren — jener Mann, der am 28. Februar bei einem Luftangriff getötet wurde. Die Financial Times hatte bestätigt, dass Israel bei dem Angriff auch auf gehackte Überwachungskameras zurückgriff.
Moskau zählt nach Angaben von oe24 rund 276.000 installierte Überwachungskameras. Die Sorge im Kreml, dass dieser Apparat gegen Putin selbst eingesetzt werden könnte, soll — laut nicht verifizierbaren Berichten russischer Oppositionsquellen — ein zentraler Grund für das Abtauchen sein.
Internetausfälle in Moskau — und ihre Deutung
Parallel zum Fernbleiben Putins aus dem Kreml kam es in Moskau zu massiven Störungen des mobilen Internets. Wie das Portal dagens.de berichtet, konnten Bewohner im Stadtzentrum zeitweise keine Nachrichten senden, keine Karten nutzen und keine Taxis bestellen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte die Abschaltungen offiziell mit Schutzmaßnahmen gegen ukrainische Drohnenangriffe, die teils Mobilfunknetze zur Navigation nutzten.
Sicherheitsexpertin Alena Epifanova vom Deutschen Rat für Auswärtige Beziehungen wird von dagens.de mit dem Hinweis zitiert, die Ausfälle könnten auch ein Test für das seit Jahren im Aufbau befindliche „souveräne Internet“ Russlands sein — ein System zur vollständigen staatlichen Kontrolle des digitalen Raums. Sicherheitsexperte Andrei Pintschuk bringt die Ausfälle laut oe24 zudem mit dem Besuch iranischer Führungspersönlichkeiten in Moskau in Verbindung.
Tod eines Verbündeten — neue Unruhe im Kreml
Zusätzliche Nervosität soll laut oe24 der Tod des iranischen Politikers Ali Laridschani ausgelöst haben, der als wichtige Verbindungsperson zwischen Moskau und Teheran galt. Das Sterben enger Verbündeter im direkten Umfeld des Iran-Konflikts scheint das Sicherheitsbewusstsein im Kreml weiter zu schärfen.
Alle genannten Berichte zu Putins Motiven stammen aus russischen Oppositionsquellen und unabhängigen russischen Medien wie Agenstvo — eine unabhängige Verifikation ist von außen nicht möglich. Der Kreml selbst hat sich zu den Spekulationen nicht geäußert.
Quellen:
- oe24.at: Angst vor Attentat — Kreml-Rätsel um Wladimir Putin (19.3.2026)
- Agenstvo (russisches unabhängiges Medium, zitiert via oe24.at)
- 20 Minuten: Putin hustet im Video: Kreml sorgt für Aufregung zum Frauentag (8.3.2026)
- Financial Times (zitiert via oe24.at): Bestätigung des israelischen Kamerenangriffs in Teheran
- dagens.de: Putin zieht den Stecker: Internetabschaltung sorgt für Chaos in Russland
- news.de: Wladimir Putin News 2026 — Aktuelle Meldungen im Ticker (18./19.3.2026)
Credits: APA
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