Putins geheimnisvoller Mann für Wien: Wer ist der neue Botschafter?

Putins geheimnisvoller Mann für Wien: Wer ist der neue Botschafter?

Wladimir Putin hat per Dekret einen neuen Botschafter für Österreich ernannt, und die Wahl sorgt für Stirnrunzeln. Andrej Grosow, ein 64-jähriger Karrierediplomat, soll künftig die Interessen Russlands in der Alpenrepublik vertreten. Doch wer ist dieser Mann, der aus dem diplomatischen Schatten tritt und plötzlich eine der wichtigsten Positionen im angespannten Verhältnis zwischen Moskau und dem Westen übernimmt?

Ein Unbekannter auf heiklem Posten

Andrej Grosow ist kein Name, der in den Gängen der internationalen Diplomatie für Aufsehen sorgt. Im Gegenteil: Wie das Portal oe24.at berichtet, gilt Grosow in der Öffentlichkeit als praktisch unbekannt. Seine bisherige Laufbahn seit 1983 im Dienst der Sowjetunion und später Russlands ist zwar lang, aber seine letzten Stationen waren weitab vom großen politischen Parkett. Zuletzt vertrat er Russland bei eher unbedeutenden Organen der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) in Minsk – eine Position ohne realpolitische Relevanz.

Die Ernennung nach Wien kommt daher überraschend. Sein Vorgänger, Dmitri Ljubinski, war ein ausgewiesener Österreich-Kenner und verbrachte zehn Jahre in Wien, bevor er im August zum Vizeminister im russischen Außenministerium aufstieg. Grosow hingegen scheint keinerlei Bezug zu Österreich zu haben. Laut seiner offiziellen Biografie war er nie in Wien stationiert.

Von München nach Wien – ohne Österreich-Bezug?

Ein Blick auf seine Karriere zeigt, dass Grosow zwar geografisch schon einmal in der Nähe war, aber nie direkt mit Österreich befasst schien. Zwischen 2009 und 2014 diente er als russischer Generalkonsul in München. Davor, von 2005 bis 2009, arbeitete er in der dritten europäischen Abteilung des russischen Außenministeriums, die auch für Österreich zuständig ist. Es ist möglich, dass er in dieser Zeit am Rande mit österreichischen Dossiers zu tun hatte, aber eine besondere Affinität ist nicht dokumentiert.

Nach seiner Zeit in München kehrte er nach Moskau zurück und beschäftigte sich ausschließlich mit GUS-Themen. Dass Putin ihn nun nach Wien schickt, wirft Fragen auf. Ist er nur ein Platzhalter oder verfolgt der Kreml eine neue, undurchsichtigere Strategie?

Wien hat zugestimmt

Trotz der vielen Fragezeichen lief der diplomatische Prozess reibungslos ab. Die Ernennung Grosows wurde vom österreichischen Außenministerium genehmigt. Eine Sprecherin bestätigte gegenüber der APA, dass die russische Botschaft bereits im September über das erteilte Agrément informiert wurde. Auch in Moskauer Kreisen war sein Name, wie oe24.at meldet, bereits im Sommer als Nachfolger für Ljubinski im Gespräch, obwohl lange ein anderer Kandidat als Favorit galt. Die Ernennung ist also akkordiert, doch die Gründe für Putins Wahl bleiben im Dunkeln. Mit Andrej Grosow betritt ein Mann die Wiener Bühne, dessen wahre Mission noch entschlüsselt werden muss.

Quelle: oe24.at
Credits: APA

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