Russlands Präsident Wladimir Putin beschwert sich offiziell über zunehmende ukrainische Angriffe auf zivile Infrastruktur. Gleichzeitig verharmlost er die konkreten Folgen – obwohl Schadstoffwerte in Tuapse das Doppelte bis Dreifache der erlaubten Grenzwerte erreichten.
Drei Angriffe in zwei Wochen – Tuapse brennt
Die ukrainische Armee hat die Schwarzmeerstadt Tuapse innerhalb von zwei Wochen dreimal angegriffen. Ziel sind dabei laut oe24 die dortigen Ölreservoirs – ein strategisch wichtiger Teil der russischen Energieinfrastruktur, über die Russland Einnahmen zur Kriegsfinanzierung generiert.
Beim jüngsten Angriff in der Nacht auf Dienstag brachen laut oe24 erneut schwere Brände aus. Die Behörden riefen erstmals zur Evakuierung anliegender Straßenzüge auf. Selbst nach offiziellen russischen Angaben wurden Grenzwerte für Benzol, Xylol und Ruß in der Luft um das Doppelte bis Dreifache überschritten. Als es regnete, schlugen sich die Ölpartikel in schwarzen, schmierigen Flecken auf Häusern und Autos nieder – auch Menschen und Tiere litten laut oe24 unter den Auswirkungen. Ölprodukte gelangten zudem ins Schwarze Meer.
Putin: „Alles im Griff“ – trotz Evakuierung
Putin thematisierte die Angriffe bei einer Sicherheitssitzung zur Vorbereitung der bevorstehenden Dumawahlen im Herbst. Wie oe24 unter Berufung auf APA/dpa berichtete, erklärte er dabei: „Immer öfter werden auch mit Drohnen Schläge gegen zivile Infrastruktur geführt.“ Er verwies explizit auf die Attacken gegen Tuapse.
Gleichzeitig spielte er die Lage herunter. Trotz der Evakuierungsanordnung und der mehrfach überschrittenen Schadstoffwerte behauptete Putin nach einem Gespräch mit dem Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, es bestehe „derzeit keine ernste Gefahr für die Bewohner“. Die Behörden hätten alles unter Kontrolle.
Kiew zielt bewusst auf Ölindustrie
Die ukrainische Strategie ist klar. Wie oe24 berichtete, attackiert Kiew gezielt die russische Ölindustrie, weil Russland mit deren Exporteinnahmen seinen Angriffskrieg finanziert. Der jüngste Raffinerieangriff in Tuapse reiht sich in eine Serie ähnlicher Aktionen ein.
Russland seinerseits beschießt seit mehr als vier Jahren systematisch ukrainisches Gebiet mit Drohnen und Raketen – nach eigenen Angaben ausschließlich militärische und rüstungsrelevante Ziele. In der Realität kommen dabei laut oe24 fast täglich Zivilisten ums Leben, Wohnhäuser und für die Bevölkerung lebenswichtige Infrastruktur werden zerstört.
Credits: APA
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