Puder, Pinsel, Power: Merz gab 12.500 Euro für Visagisten aus

Puder, Pinsel, Power: Merz gab 12.500 Euro für Visagisten aus

Wenn die Kameras laufen, muss jedes Haar sitzen und der Teint makellos sein. Das gilt nicht nur für Hollywood-Stars, sondern auch für die Spitzenpolitiker in Berlin. Damit beim wichtigen Fototermin oder im Interview nichts schiefgeht, greifen Minister und Kanzler gerne auf die Hilfe von Profis zurück. Doch was kostet das perfekte Aussehen der Mächtigen? Wie eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (Drucksache 21/702) sowie Recherchen der Zeitung Welt zeigen, wird so deutlich, wie tief die Regierung für Make-up und Frisur in die Taschen der Steuerzahler greift. Die Antwort der Bundesregierung (Drucksache 21/895) listet die Ausgaben detailliert auf – und einige Summen haben es in sich.

Reiche ist die Styling-Königin, Merz dicht dahinter

Ganz oben auf dem Treppchen der Beauty-Ausgaben thront eine Dame: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Für ihr perfektes Erscheinungsbild wurden laut Regierungsantwort in nur drei Monaten, von Mai bis Anfang August, sage und schreibe 19.264,76 Euro fällig. Ein großer Teil davon, nämlich 8.324,11 Euro, entfiel allein auf Reisekosten für ihre Stylistin. Ob in Washington oder auf Deutschlandreise – die Ministerin überlässt ihr Aussehen offenbar ungern dem Zufall.

Doch auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) legt Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Das Kanzleramt verbuchte im selben Zeitraum Kosten in Höhe von 12.501,30 Euro für Visagisten, Kosmetiker und Friseure. Wer die professionell produzierten Videos des Kanzlers auf Social Media verfolgt, kann das Ergebnis dieser Investitionen bewundern.

Große Unterschiede zwischen den Ministerien

Während im Wirtschaftsministerium und im Kanzleramt die Puderpinsel glühen, geht es in anderen Ressorts deutlich bescheidener zu. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gab immerhin noch 5.063,01 Euro für ihr Styling aus. Andere Ministerien zeigen sich sparsamer. Das Finanzministerium unter Lars Klingbeil (SPD) kommt auf 2.283,65 Euro, während das von Carsten Schneider (SPD) geführte Umweltministerium mit nur 618,80 Euro auskommt.

Am sparsamsten zeigt sich Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU). Ihr Ministerium listet lediglich Ausgaben von 357 Euro. Hier scheint die Ministerin wohl öfter selbst zu Puder und Kamm zu greifen.

Nicht nur Styling: Auch Fotografen kosten Zehntausende

Neben dem perfekten Look ist auch das perfekte Foto entscheidend. Auch hierfür werden externe Profis engagiert. Wie aus der Antwort der Bundesregierung sowie Recherchen von Die Welt weiter hervorgeht, beliefen sich die Gesamtausgaben für Fotografen in den Ministerien im abgefragten Zeitraum auf 172.608,83 Euro. Spitzenreiter ist hier das Finanzministerium mit 33.721,80 Euro, dicht gefolgt vom Innenministerium und dem Auswärtigen Amt.

Die Zahlen zeigen: Das Streben nach dem perfekten öffentlichen Auftritt hat seinen Preis. Während einige Politiker tief in die Staatskasse greifen, um im besten Licht zu erscheinen, beweisen andere, dass es auch eine Nummer kleiner geht.

Credits: APA
Quelle: Welt

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