Remus-Chef Stephan Zöchling sorgt mit radikaler Forderung für Aufsehen. Bei Fellner!Live kritisiert er fehlende Strukturreformen und schlägt massive Digitalisierung im öffentlichen Dienst vor.
„Das wäre mal eine echte Reform“
Bei Fellner!Live auf oe24.TV lässt Unternehmer Stephan Zöchling mit einer provokanten Aussage aufhorchen, wie Oe24 berichtet. Der Chef des steirischen Sportauspuffherstellers Remus fordert: „Es müssten 35.000 Beamte sein, die wir nicht mehr nachbesetzen müssen durch genau derartige Maßnahmen: Digitalisierung, KI und andere Technologien.“
Das alles gebe es längst, so Zöchling laut Oe24 weiter. „Andere Länder setzen das auch ein. Das wäre mal eine Reform gewesen und eine Strukturmaßnahme.“
Regierungspläne als „Witz“ bezeichnet
Die Bundesregierung plant laut aktuellen Budgetunterlagen bis 2030 rund 2.600 Beamte oder Vertragsbedienstete nicht nachzubesetzen. Für Zöchling ist das laut Oe24 „ein Witz“.
Im Personalplan 2025 sind laut Bundesministerium für Finanzen insgesamt 145.631 Planstellen vorgesehen. Die meisten Planstellen gibt es im Bildungsbereich mit 46.784, gefolgt vom Innenministerium mit 37.939 Planstellen.
Kritik an fehlenden Strukturreformen
Bei der Regierung sehe er Bemühen, es fehlten aber „strukturelle Reformen“, wie Oe24 zitiert. Bisher erkenne er „eine gewisse Tätigkeit nur bei Verteidigungsministerin Tanner, die den Wehrdienst länger gestalten möchte und den Zivildienst anpasst.“
Sonst sehe er Reformen nur bei „Innenminister Kahner, der verstanden hat, dass illegale Zuwanderung zu stoppen ist“, so Zöchling laut Oe24.
Vorbild Deutschland
In Deutschland hatte Investor Carsten Maschmeyer bereits gefordert, die Verwaltung durch Künstliche Intelligenz zu ersetzen, berichtet Oe24. Zöchling greift diese Idee für Österreich auf und möchte sie deutlich ausweiten.
Wer ist Stephan Zöchling?
Stephan Zöchling ist CEO und Miteigentümer von Remus, dem österreichischen Sportauspuffhersteller. Gemeinsam mit dem Baulöwen Hans-Peter Haselsteiner (Strabag) hält er seit 2016 die Mehrheit am Unternehmen, wie Trend berichtet. Remus setzte zuletzt mit 1.000 Beschäftigten rund 237 Millionen Euro um.
Der 53-jährige Wiener bekleidet laut Trend nicht weniger als 35 aktive Funktionen, darunter auch als Mitgesellschafter der Vorarlberger Erne Group. Aktuell ist Zöchling auch im Vorstand der Pierer Industrie AG tätig und wurde kürzlich in den Aufsichtsrat der insolventen KTM aufgenommen, berichtet Leadersnet.
Zöchling gilt laut Speedweek als Vertrauter von KTM-Mehrheitseigentümer Stefan Pierer und gewiefter Verhandler. Er ist beliebter Gast in Puls4-Diskussionssendungen wie „Wild umstritten“, wo er laut Trend stets den „streitbaren und polternden Kapitalisten“ gibt, der sich vehement gegen staatlichen Einfluss in der Wirtschaft ausspricht.
Personalkosten steigen weiter
Der gesamte Aufwand im Bereich Personal beträgt laut Bundesministerium für Finanzen im Bundesvoranschlag 2025 32,2 Milliarden Euro und im Bundesvoranschlag 2026 32,9 Milliarden Euro.
Die Beamtengehälter steigen laut Der Standard bis 2028 im Schnitt um 1,5 Prozent. Von Jänner bis Juni 2026 erfolgt keine Erhöhung, von Juli 2026 bis Juli 2027 gibt es eine Anhebung um 3,3 Prozent. Dies bedeutet laut Bundesregierung eine Einsparung von über 310 Millionen Euro im Jahr 2026, berichtet Meinbezirk.
Quellen:
- Oe24: „Unternehmer fordert: ‚35.000 Beamte durch KI ersetzen'“
- Bundesministerium für Finanzen: „Personal des Bundes 2025/2026“
- Trend: „Stephan Zöchling: Neuer Mann im Pierer-Reich“
- Leadersnet: „Stephan Zöchling wird neuer Aufsichtsrat – Remus-CEO soll KTM wieder auf Kurs bringen“
- Speedweek: „Pierer Mobility: Wer ist Vorstand Stephan Zöchling?“
- Der Standard: „Beamtengehälter steigen bis 2028 im Schnitt um 1,5 Prozent“
- Meinbezirk: „Bis 2028: Beamtengehälter steigen durchschnittlich um 1,5 Prozent“
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