Promi-Wirt Martin Ho: Beteiligungsfirma kollabiert – Clubs laufen weiter

Promi-Wirt Martin Ho: Beteiligungsfirma kollabiert – Clubs laufen weiter

Die RHC Invest GmbH ist pleite, doch die bekannten Wiener Nachtlokale sollen nicht betroffen sein. Der Fall zeigt, wie komplex Firmenkonstrukte in der Gastro-Szene sein können – und wie schnell es für Traditionsbetriebe eng wird.

Konkurs auf Gläubigerantrag

Über die RHC Invest GmbH, die dem Wiener Promi-Wirt Martin Ho zuzurechnen ist, wurde am 22. Januar 2026 ein Konkursverfahren eröffnet. Wie der ORF berichtet, erfolgte die Eröffnung auf Gläubigerantrag am Handelsgericht Wien. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber der APA.

Die RHC Invest firmierte früher unter dem Namen DOTS Beteiligung GmbH und war als Beteiligungsholding aktiv. Wie Exxpress.at berichtet, hatte das Unternehmen seine operative Funktion in den vergangenen Jahren jedoch schrittweise verloren.

Keine Mitarbeiter betroffen

Mitarbeiter sind nach Angaben aus dem Umfeld der Gesellschaft nicht betroffen, da die RHC Invest bereits seit längerer Zeit kein aktives Geschäft mehr betreibt, wie News.at berichtet.

Zwar zählten in früheren Jahren bekannte Wiener Szene-Locations wie der „X Club“ oder das „Vie i Pee“ zum Portfolio, diese Beteiligungen wurden jedoch längst in neue gesellschaftliche Strukturen überführt. Sie stehen nach Angaben der Insolvenzbetroffenen „seit geraumer Zeit nicht mehr im Einflussbereich der Gesellschaft“, wie der ORF zitiert.

Der laufende Betrieb der Clubs werde daher ohne Einschränkungen fortgeführt, heißt es laut 5min.at.

Pratersauna-Verbindung

Bis zuletzt trat die RHC Invest formell noch als Pächter der Wiener Pratersauna auf. Wie Business-Live berichtet, wurde das Objekt allerdings an die Betreibergesellschaft „Prater Nostra GmbH“ weitervermietet.

Auch hier sollen sich aus dem Konkursverfahren keine unmittelbaren Konsequenzen für den Betrieb ergeben. Allerdings war die Pratersauna bereits Mitte Januar endgültig geschlossen worden. Wie oe24.at berichtete, lag der Grund in einer anhängigen Räumungsklage und Mietstreitigkeiten zwischen den beteiligten Gesellschaften.

Komplexe Firmenkonstrukte

Der Fall unterstreicht, wie stark sich gesellschaftsrechtliche Konstruktionen in der Gastronomie- und Eventbranche verändern können – insbesondere dann, wenn Beteiligungsgesellschaften ihre operative Rolle verlieren, während einzelne Betriebe längst ausgelagert oder neu strukturiert wurden.

Wie der KSV1870 auf seiner Website bestätigt, wurde das Konkursverfahren am Handelsgericht Wien eröffnet. Die Gläubigerschutzverbände KSV1870, AKV und Creditreform unterstützen betroffene Gläubiger bei der Forderungsanmeldung.

Quester-Pleite trifft Wien hart

Die Insolvenzwelle trifft Wien stark. Dass es sich bei der RHC-Pleite nicht um einen Einzelfall handelt, zeigt ein weiterer prominenter Konkurs. Nur zwei Tage zuvor, am 20. Januar, war die Sanierung der traditionsreichen Quester Baustoffhandel GmbH endgültig gescheitert.

Wie Leadersnet berichtet, wurde über das Vermögen der Quester Holding am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren beantragt. Nach über 90 Jahren Firmengeschichte konnte kein Investor für die Holdingstruktur gefunden werden.

Von 400 Gläubigern zu 55 Millionen Euro Schulden

Der Baustoffhändler war bereits Anfang November 2025 in ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung geschlittert. Wie der ORF berichtet, meldeten bei der Prüfungstagsatzung am 8. Januar 674 Gläubiger rund 55 Millionen Euro an Forderungen an.

Im Rahmen der Sanierung der Quester Baustoffhandel GmbH war der Verkauf der Anteile an der Quester Holding an einen Investor geplant. Wie der KSV1870 mitteilte, sind diese Verhandlungen gescheitert. „Die Sanierung der Quester Baustoffhandel GmbH ist somit gescheitert“, schrieb der KSV am 21. Januar.

Neun Filialen geschlossen, 64 Jobs weg

Das 1934 gegründete Unternehmen hatte drastische Umsatzrückgänge seit 2022 aufgrund der Krise in der Immobilien- und Baubranche zu verkraften, wie Vienna.at berichtet.

Von ursprünglich 18 Filialen wurden bereits neun geschlossen. Wie Creditreform laut ORF mitteilte, waren dadurch 64 Dienstverhältnisse betroffen. Zuletzt beschäftigte die Firma noch rund 260 Mitarbeiter.

Wie Heute.at berichtet, wird die Insolvenzverwaltung nun das vorhandene Vermögen bestmöglich verwerten. Eine Fortführung oder Restrukturierung wird nicht mehr angestrebt.

Wien im Insolvenz-Würgegriff

Die beiden Fälle zeigen: Wien kämpft mit einer Insolvenzwelle, die von der Gastronomie bis zum Baustoffhandel reicht. Während bei Martin Hos Beteiligungsgesellschaft die operativen Betriebe offenbar abgesichert sind, bedeutet die Quester-Pleite für hunderte Mitarbeiter das Ende einer über 90-jährigen Tradition.


Quellen:

  • wien.ORF.at
  • APA (Austria Presse Agentur)
  • KSV1870
  • Alpenländischer Kreditorenverband (AKV)
  • Creditreform
  • Exxpress.at
  • News.at
  • 5min.at
  • Business-Live/oe24.at
  • Leadersnet
  • Vienna.at
  • Heute.at

Credits: APA

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