Was Trump noch am Wochenende als humanitäre Großgeste angekündigt hatte, ist nach weniger als 24 Stunden bereits wieder Geschichte. „Projekt Freiheit“ — die US-Initiative zur Befreiung blockierter Schiffe in der Straße von Hormuz — wird ausgesetzt. Grund: Iran-Angriffe und Verhandlungsfortschritte.
Kehrtwende nach einem Tag
Am Montag hatte die US-Marine damit begonnen, festsitzenden Schiffen bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormuz zu helfen — Trumps „Projekt Freiheit“, persönlich auf Truth Social angekündigt. Weniger als 24 Stunden später ist die Initiative bereits wieder gestoppt.
Wie oe24 berichtet, schrieb Trump auf Truth Social, der US-Einsatz werde „für kurze Zeit“ ausgesetzt. Während dieser Pause solle geprüft werden, ob ein Abkommen zwischen Washington und Teheran abgeschlossen werden könne. Es habe dafür „große Fortschritte“ gegeben. Die Aussetzung erfolge auf Bitten Pakistans und weiterer Länder sowie aufgrund der „enormen militärischen Erfolge“ der USA.
Ausdrücklich hält Trump fest: Die US-Blockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, bleibe in vollem Umfang in Kraft. „Projekt Freiheit“ ist gestoppt — die Druckschraube aber nicht.
Iran griff US-Kräfte und Emirate an
Den unmittelbaren Auslöser für den Stopp lieferte der Iran selbst. Als Reaktion auf die US-Initiative griff Teheran laut oe24 US-Streitkräfte an, die versuchten, die Handelsschifffahrt in der Meerenge wieder in Gang zu bringen. Zusätzlich attackierte der Iran Ölanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten — ein Schlag, der Washington und Teheran erneut an den Rand einer direkten Eskalation brachte. Trump reagierte mit einer Vernichtungsdrohung gegen die Islamische Republik.
Irans Außenminister Abbas Araqchi warnte die USA gleichzeitig vor einer Fortsetzung der Hormuz-Initiative und bestand auf der iranischen Forderung, den Verkehr in der Meerenge weiterhin selbst zu kontrollieren.
Hegseth und Rubio hatten noch am Dienstag geworben
Besonders auffällig ist das Timing. Noch am Dienstag hatten US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio vor Journalisten für das neue Projekt geworben. Rubio erklärte, man widme sich „jetzt“ dem Projekt, nachdem die US-Offensive namens „Gewaltiger Zorn“ abgeschlossen sei — so der Name, den die US-Regierung ihrem gemeinsam mit Israel Ende Februar begonnenen Krieg gegen den Iran verliehen hatte.
Wie oe24 festhält, herrscht zwischen den USA und dem Iran derzeit eine fragile Waffenruhe. Pakistan vermittelt zwischen Washington und Teheran. Ob „Projekt Freiheit“ tatsächlich nur vorübergehend pausiert — oder de facto beendet ist — hängt davon ab, ob die laufenden Gespräche in den nächsten Tagen Früchte tragen.
Credits: APA
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