Pilnacek-Ausschuss: Ermittler im Zeugenstand — und die Witwe will unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen

Pilnacek-Ausschuss: Ermittler im Zeugenstand — und die Witwe will unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Causa Pilnacek tritt in eine entscheidende Phase. Diese Woche werden erstmals Ermittler direkt befragt — und mit Caroline List erscheint auch die Witwe des verstorbenen Justiz-Sektionschefs. Ob die Öffentlichkeit dabei zuhören darf, ist fraglich.

Warum der Ausschuss eingesetzt wurde

Zur Erinnerung: Christian Pilnacek, einst mächtigster Sektionschef im Justizministerium, wurde im Oktober 2023 nahe Rossatz in Niederösterreich tot aufgefunden. Die Umstände seines Todes blieben ungeklärt — offiziell ging die Staatsanwaltschaft von einem nicht natürlichen Tod aus, ohne strafrechtlich relevante Fremdeinwirkung festzustellen. Der Ausschuss wurde auf Betreiben der FPÖ eingesetzt, um unter anderem die Todesumstände, den Umgang der Ermittlungsbehörden mit dem Fall sowie mögliche politische Einflussnahme zu durchleuchten.

Ermittler im Zeugenstand — auf Wunsch der FPÖ

Den Auftakt der aktuellen Sitzungsrunde macht am Mittwoch laut oe24 und nachrichten.at ein mit der Causa vertrauter Oberstaatsanwalt, dessen Ladung die FPÖ beantragt hatte. Am Nachmittag folgt ein mit der Causa befasster Chefermittler als zweite Auskunftsperson. Am Donnerstag steht dann die Befragung von Stefan Pfandler, Chef des niederösterreichischen Landeskriminalamts, auf dem Programm — jenem Mann, der als damaliger Vorgesetzter des Ermittlungsleiters eine zentrale Rolle spielte.

Aus U-Ausschuss-Akten geht laut nachrichten.at hervor, dass Pilnaceks Witwe, Caroline List, und ein weiterer Chefinspektor nach dem Tod Pilnaceks mehrmals Kontakt hatten. Dieser Umstand dürfte bei den Befragungen eine erhebliche Rolle spielen.

Witwe kommt — aber nur unter Bedingungen

Die meiste Aufmerksamkeit gilt der Befragung von Caroline List, die als Schlusspunkt des zweitägigen Befragungsblocks für Donnerstag geladen ist. List ist Präsidentin des Landesgerichts für Strafsachen Graz und Witwe des Verstorbenen. Wie nachrichten.at und bvz.at berichten, hat ihr Anwalt per E-Mail an den Ausschuss den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. Sollte das Ansuchen keinen Erfolg haben, will List laut ihrem Anwalt zumindest Fragen zu ihrem Privatleben untersagen lassen — ebenso wie die Berichterstattung darüber.

Seit dem Tod ihres Mannes hat sie sich wiederholt auf juristischem Weg gegen öffentliche Spekulationen über ihre Ehe und die privaten Umstände gewehrt. Wie viel die Abgeordneten aus ihrer Aussage werden ziehen können, ist damit höchst ungewiss.

Credits: APA

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