Der sozialistische Studierendenverband VSStÖ-Wien hat mit einem Instagram-Posting für einen Eklat gesorgt — und dabei sowohl Verteidigungsministerin Klaudia Tanner als auch die eigene Mutterpartei SPÖ angegriffen.
„Wir sterben nicht für eure Kriege“
Auf der Instagram-Seite des VSStÖ-Wien erschien ein Beitrag, der ein Bild von ÖVP-Verteidigungsministerin Klaudia Tanner mit der Bildunterschrift „Sterben für Österreich?“ zeigt. Wie oe24 berichtet, war der Post zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nach wie vor abrufbar.
Im Text heißt es, aktuell würden alle über „Krieg, Aufrüstung und Wehrpflicht“ reden, angeblich müsse man „kriegstüchtig“ werden. Das Leben sei aber von „Inflation, Sozialkürzungen, Lohnraub, rassistischer Gewalt, Neoliberalisierung und leeren Floskeln von unseren Politiker_innen geprägt.“ Daher kämpfe man lieber „für die Errichtung des Sozialismus als für die Interessen des österreichischen Staates unser Leben zu lassen.“ Die Schlusszeile des Postings: „Auf zu neuen Taten — Vaterstaat verraten.“
Auch die SPÖ bekommt ihr Fett weg
Bemerkenswert ist, dass der VSStÖ im selben Posting auch die eigene Mutterpartei nicht schont. Die SPÖ sei „nicht in der Lage, innerhalb der Koalition dafür zu sorgen, dass die Lebensbedingungen der Menschen signifikant verbessert werden.“ Eine Distanzierung der SPÖ-Bundespartei vom Posting lag bis Redaktionsschluss nicht vor.
Scharfe Reaktionen von rechts und links
Die Kritik kam prompt und aus verschiedenen Richtungen. Der frühere Kanzlersprecher Daniel Kosak fragte auf X in Richtung SPÖ: „Hallo SPÖ, kurze Frage: Rennt’s eurer Uni-Fraktion eigentlich noch?“ Auch der frühere VSStÖ-Vorsitzende und heutige Sozialwissenschafter Bernhard Heinzlmaier ließ kein gutes Haar an der aktuellen Führung seines ehemaligen Verbandes. Wie oe24 berichtet, sagte er: „Die sind völlig verrückt. Auf der Uni Wien sind sogar die Grünen aus der Koalition mit den Irren ausgetreten, weil deren wichtigstes Projekt die Aufkündigung von Abkommen mit israelischen Universitäten ist.“
Der VSStÖ ist die studentische Vorfeldorganisation der SPÖ — formell eigenständig, inhaltlich aber dem linken Flügel der Sozialdemokratie zuzurechnen. Das Posting reiht sich in eine Serie kontroverser Aktionen ein, die SPÖ-nahe Jugendorganisationen zuletzt beim Maiaufmarsch mit Enteignungsforderungen und Israel-Boykottaufrufen gesetzt hatten.
Credits: APA
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