Die Geschichte des Buckelwals „Timmy“ hat die Herzen vieler Menschen berührt. Doch nun scheint das Schicksal des majestätischen Meeressäugers besiegelt: Experten gehen davon aus, dass Timmy nicht mehr lebt. Der GPS-Sender, der seine Position hätte verraten sollen, schweigt seit Tagen. Die Rettungsaktion, die mit großen Hoffnungen begann, endet in einem Drama voller Fragen und Vorwürfe.
Hoffnung schwindet – GPS-Signal verstummt
Wie das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund berichtet, war Timmy in einem extrem geschwächten Zustand, als er am Samstagmorgen ins offene Meer entlassen wurde. Der GPS-Sender, der seine Bewegungen hätte verfolgen sollen, liefert seitdem keine Daten mehr. Laut Karin Walter-Mommert, einer Unterstützerin der Rettungsaktion, gibt es keine Hinweise darauf, wo sich der Wal befindet – oder ob er überhaupt noch lebt. „Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass Timmy nicht mehr genug Kraft hatte, um im tiefen Wasser zu überleben“, heißt es in einer Mitteilung des Museums.
Kritik an der Rettungsaktion
Die Freilassung des Wals sorgt für heftige Diskussionen. Tierärztin Kirsten Tönnies, die an der Aktion beteiligt war, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Crew des Rettungsschiffs „Fortuna B“. Entgegen der Absprachen sei Timmy bereits am Samstagmorgen ins Meer entlassen worden, weil der Kapitän einen Anschlusstermin wahrnehmen wollte. Greenpeace-Experte Thilo Maack kritisiert zudem, dass der Wal in einer der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten Europas ausgesetzt wurde. „Das war keine Rettung, sondern eine Katastrophe“, so Maack.
Zweifel an den Vitaldaten
Besonders umstritten ist die Behauptung, der GPS-Sender habe Vitalzeichen des Wals übermittelt. Experten wie der dänische Meeresbiologe Peter Madsen widersprechen: „Es gibt keinen handelsüblichen GPS-Sender, der Vitaldaten eines Wals erfassen kann.“ Auch die Funktionsfähigkeit des Senders wird infrage gestellt. Laut Tönnies wurde der Tracker vor der Freilassung nicht getestet – ein schwerwiegender Fehler, wie Fachleute betonen.
Millionen für eine gescheiterte Rettung?
Die Rettungsaktion, die seit März lief, hat mindestens 1,5 Millionen Euro gekostet. Internationale Experten, mehrere Schiffe und ein spezieller Lastkahn wurden eingesetzt, um Timmy aus der Ostsee in die Nordsee zu bringen. Doch die Frage bleibt: War all das vergebens? Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation betont, dass eine Rettung erst dann als erfolgreich gilt, wenn der Wal eigenständig Nahrung findet, an Gewicht zunimmt und in seinen natürlichen Lebensraum zurückkehrt.
Ein trauriges Ende
Die letzten Bilder von Timmy zeigen ihn, wie er an der Wasseroberfläche schwimmt und Fontänen ausstößt. Doch ob er diese Strapazen überlebt hat, bleibt ungewiss. Ohne GPS-Daten könnte sein Schicksal für immer ein Rätsel bleiben. Für viele bleibt die Frage: War die Rettungsaktion ein Akt der Menschlichkeit – oder doch nur ein tragischer Fehlschlag?
Quellen: oe24.at, Tages-Anzeiger, krone.at, ZDFheute, FAZ
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